An einem See in Bad Staffelstein hat sich wieder einmal gezeigt, wie wichtig die Deutsche Lebensrettungsgesellschaft ( DLRG ) Burgkunstadt oder die Wasserwacht Ebensfeld auch im Winter sein können. Dort wurde bei einer Rettungsübung nach einer vermissten Person, die möglicherweise auf einem der Seen eingebrochen war, mit 110 Rettungskräften gesucht. Mit dem Eisrettungsschlitten suchte die Wasserwacht Ebensfeld den Ostsee nach der genannten Person ab.

In einem Gespräch meinte dazu der technische Leiter der DLRG Burgkunstadt , Thomas Schneider , dass man immer wieder sehen könne, dass "die Sache mit dem Wasser " nicht nur im Sommer gefährlich sein kann. Das Wichtigste sei jedoch, dass die Gerätschaften zur Rettung vorhanden sind und von den Rettern beherrscht werden. Die DLRG Burgkunstadt verfüge über einen Eisrettungsschlitten, mit dem es möglich sei, eingebrochene Personen zu retten. Dazu begebe sich ein Retter mit dem Gerät aufs Eis und ziehe den Verunfallten auf den Schlitten. Die anderen Kräfte sicherten mit Leinen vom Ufer aus und zögen Retter und Opfer zurück an Land.

Eine trügerische Gefahr

Die Rettungstaucher aus Burgkunstadt standen bei der zunächst unübersichtlichen Situation in Bad Staffelstein auf Abruf bereit. Sicher seien Übungen in der Corona-Pandemie schwierig durchzuführen, dennoch gelte es immer wieder, auch vom Kopf her für derartige Einsätze sensibilisiert zu sein, erläuterte Schneider. "Denn jede Minute zählt." Der Frost in den winterlichen Nächten bringe bei gefrierenden Seen immer eine trügerische Gefahr für viele Menschen mit sich. Gerade dann mache die DLRG stets darauf aufmerksam, Vorsicht walten zu lassen, denn oft sei die Eisfläche noch nicht tragfähig.

Die einfachste Regel sei, Eisflächen auf Gewässern überhaupt nicht zu betreten. Die winterliche Natur lasse sich auch am sicheren Ufer genießen.

Grundsätzlich gibt die DLRG einige dringende Tipps für die Sicherheit: Wichtig ist es, erst viele Tage mit richtig starkem Nachtfrost abzuwarten, bevor man eine Eisfläche betritt. Bei Seen sollte die Eisdecke mindestens 15 Zentimeter stark sein, damit das Eis betreten werden kann. Dazu sind ein bis zwei Wochen lang durchgehende Minusgrade erforderlich.

Und auch bei einer vermeintlich dicken Eisschicht können an verschiedenen Stellen Gefahren lauern: Über fließendem Wasser wächst die Eisschicht langsamer als auf stehendem. Daher besteht besondere Gefahr an Zu- und Abflüssen, an Quellen im See, die Strömungen verursachen, und an bewachsenen Uferstellen. Dunkle Stellen im Eis bedeuten eine besonders dünne Eisschicht . Eine Schneeschicht auf dem Eis verhindert zusätzlich das Anwachsen der Eisschicht . Ein Knistern oder Knacken beim Betreten der Eisschicht ist ein letzter Hinweis dafür, dass die Tragkraft des Eises nicht ausreicht und man wieder auf sicheren Boden zurückkehren sollte. Offene Stellen in der Eisschicht sollten unbedingt weiträumig umgangen werden.

Tiere wie Hunde müssen in der Nähe von unsicheren Eisgewässern auf jeden Fall an die Leine genommen werden, um zu vermeiden, dass das Tier darauf laufen kann. Wenn ein Hund eingebrochen ist, sollten Frauchen und Herrchen nicht aufs Eis gehen, um ihn zu retten. Das Einbrechen des Tieres ist ein Warnzeichen: Eis, das einen Hund nicht trägt, trägt erst recht keinen Menschen. Nicht viel anders ist dies mit Kindern.

Es bleibt nicht viel Zeit

Das brüchige Eis stellt aber auch für den Helfer eine erhebliche Gefahr dar, deshalb sollte dieser an die Eigensicherung denken. Wünschenswert ist es auch, sich schon vor dem Betreten nach geeigneten Rettungsmitteln wie zum Beispiel Stangen oder Ästen umzusehen. Auch ein umgedrehter Schlitten ist geeignet. Bei Einbruchgefahr sollte man sich auf die Eisfläche legen und so das Gewicht verteilen. Dies gilt auch für die Hilfeleistung für eingebrochene Personen.

Es bleibt nicht viel Zeit, sich selbst oder andere aus dem eiskalten Wasser herauszubekommen: Binnen weniger Minuten tritt eine Unterkühlung ein. Das eiskalte Wasser verursacht starke Schmerzen, und die Kräfte für eine Selbstrettung schwinden sehr schnell. Auf sich aufmerksam zu machen, laut um Hilfe zu rufen, um von Passanten bemerkt zu werden, die den Notruf (112) absetzen können, ist dann sehr wichtig.

Die Rettungsgemeinschaften appellieren an alle Bürger , das Eis gefrorener Seen nicht zu betreten, wenn nicht eindeutig klar ist, dass es trägt. Bei den derzeitigen Temperaturen mit Minusgraden in der Nacht und Plusgraden am Tag, die das Eis zu schmelzen bringen, sei die Gefahr , einzubrechen, besonders groß.