Und auch bei einer vermeintlich dicken Eisschicht können an verschiedenen Stellen Gefahren lauern: Über fließendem Wasser wächst die Eisschicht langsamer als auf stehendem. Daher besteht besondere Gefahr an Zu- und Abflüssen, an Quellen im See, die Strömungen verursachen, und an bewachsenen Uferstellen. Dunkle Stellen im Eis bedeuten eine besonders dünne Eisschicht . Eine Schneeschicht auf dem Eis verhindert zusätzlich das Anwachsen der Eisschicht . Ein Knistern oder Knacken beim Betreten der Eisschicht ist ein letzter Hinweis dafür, dass die Tragkraft des Eises nicht ausreicht und man wieder auf sicheren Boden zurückkehren sollte. Offene Stellen in der Eisschicht sollten unbedingt weiträumig umgangen werden.
Tiere wie Hunde müssen in der Nähe von unsicheren Eisgewässern auf jeden Fall an die Leine genommen werden, um zu vermeiden, dass das Tier darauf laufen kann. Wenn ein Hund eingebrochen ist, sollten Frauchen und Herrchen nicht aufs Eis gehen, um ihn zu retten. Das Einbrechen des Tieres ist ein Warnzeichen: Eis, das einen Hund nicht trägt, trägt erst recht keinen Menschen. Nicht viel anders ist dies mit Kindern.
Es bleibt nicht viel Zeit
Das brüchige Eis stellt aber auch für den Helfer eine erhebliche Gefahr dar, deshalb sollte dieser an die Eigensicherung denken. Wünschenswert ist es auch, sich schon vor dem Betreten nach geeigneten Rettungsmitteln wie zum Beispiel Stangen oder Ästen umzusehen. Auch ein umgedrehter Schlitten ist geeignet. Bei Einbruchgefahr sollte man sich auf die Eisfläche legen und so das Gewicht verteilen. Dies gilt auch für die Hilfeleistung für eingebrochene Personen.
Es bleibt nicht viel Zeit, sich selbst oder andere aus dem eiskalten Wasser herauszubekommen: Binnen weniger Minuten tritt eine Unterkühlung ein. Das eiskalte Wasser verursacht starke Schmerzen, und die Kräfte für eine Selbstrettung schwinden sehr schnell. Auf sich aufmerksam zu machen, laut um Hilfe zu rufen, um von Passanten bemerkt zu werden, die den Notruf (112) absetzen können, ist dann sehr wichtig.
Die Rettungsgemeinschaften appellieren an alle Bürger , das Eis gefrorener Seen nicht zu betreten, wenn nicht eindeutig klar ist, dass es trägt. Bei den derzeitigen Temperaturen mit Minusgraden in der Nacht und Plusgraden am Tag, die das Eis zu schmelzen bringen, sei die Gefahr , einzubrechen, besonders groß.