Gegen den Trend ist es im Pandemie-Jahr 2020 mit dem Bau im Landkreis Lichtenfels bergauf gegangen: Die Zahl der Baubeschäftigten lag am Jahresende bei 1952. Damit gab es im ersten

Corona-Krisen-Jahr im Landkreis Lichtenfels 68 Bauarbeiter mehr – ein Plus von 3,6 Prozent.

Das ist das Ergebnis einer Analyse der Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG Bau ) zur Beschäftigung in der Corona-Zeit.

„Der Bau hat in der Pandemie für Stabilität gesorgt. Er hat der

Krise die Stirn geboten wie kaum eine andere Branche. Vom Wohnungs- bis zum Straßenbau hat der Bau eine gute Job-Perspektive geboten“, so Gerald Nicklas. Der Bezirksvorsitzende der IG Bau Oberfranken sieht die Bauwirtschaft in der Pressemitteilung als „Motor in der Krise“.

Während der Bau zulegen konnte, sah es für die übrigen Wirtschaftszweige zusammengenommen längst nicht so gut aus: Dort ging die Zahl der regulär Beschäftigten bis Ende 2020 auf 26 850 zurück. Gegenüber dem Vorjahr – und damit der Zeit vor Corona – ist dies ein Rückgang um 401 Beschäftigte und damit ein Minus von 1,5 Prozent.

„Besonders stark hat die Krise bei den Mini-Jobs reingehauen“, berichtet Nicklas. Außerhalb der Baubranche sei die Zahl der Mini-Jobber im ersten Corona-Krisenjahr im Landkreis Lichtenfels um 335 auf 5870 Ende 2020 gesunken – ein Rückgang um 5,4 Prozent. Auf dem Bau dagegen gab es Ende des vergangenen Jahres 288 Mini-Jobber – ein Plus von 11,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Und das, obwohl der Bau „alles andere als eine typische Mini-Job-Branche“ sei.

„Die Situation im Landkreis Lichtenfels ist damit typisch für die bundesweite Beschäftigung. Und der Trend wird anhalten: Der Bau braucht Leute. Vor allem Fachkräfte “, sagt der IG Bau-Bundesvorsitzende Robert Feiger. red