In die Kritik geraten ist in der jüngsten Sitzung des Hauptausschusses des Stadtrats Lichtenfels – vor allem bei Roland Lowig und Philipp Molendo (JB) – der absente Manfred Rauh. Rauh, der bei dem Verein Zentrum europäische Flechtkultur e.V. (ZEF) Geschäftsführer ist, bekleidet diesen Posten nicht ehrenamtlich, sondern mit Werkvertrag.

Im Tagesordnungspunkt „Verlängerung der Gewährung eines Zuschusses an den Verein ZEF“ sollte es darum gehen, diesem Verein für die Zeit vom 1. Februar 2021 bis zum 31. Januar 2022 rückwirkend eine Summe in Höhe von 40 000 Euro zu bewilligen.

Die bisherigen und laufenden Tätigkeiten wurden von Rauh regelmäßig im Ausschuss für Stadtentwicklung , Tourismus und Wirtschaft vorgetragen. Für Lowig aber stellte sich die Frage, ob Rauhs Tätigkeit nicht in ehrenamtlicher Funktion geleistet werden könne. „Ich frage mich wirklich, was der Herr Rauh in der Zeit (ab 2015) Positives geleistet hat“, so der Islinger Stadtrat . Hintergrund seiner Kritik bildet der Umstand, wonach das ZEF 2015 mit der Absicht startete, sich selbst zu tragen. Die Stadt habe seitdem „340 000 Euro reingesteckt“, weshalb andere unterstützenswerte Vorhaben zu kurz kämen. „Wir werden die 40 000 Euro ablehnen“, erklärte Lowig.

„Identität schaffen“

Bürgermeister Andreas Hügerich ( SPD ) suchte Lowig auseinanderzusetzen, dass es sich um eine grundsätzliche Frage handele: „Will man den Verein , möchte man das?“ Zudem verwies er darauf, dass das Prädikat Korbstadt, der Korbmarkt und all das „Identität für die Bevölkerung“ schaffe. Mit 9:2 Stimmen wurden die 40 000 Euro bewilligt.