Leopold Wala ist am Dienstag gestorben. In Blumenau/Sudetenland geboren, wuchs er mit sechs Geschwistern auf einem Bauernhof auf. 1947 kam er nach Gösmes und zog 1954 nach Mannsflur in eins der damals neu entstandenen Siedlungshäuser. In seiner neuen Heimat engagierte er sich in der katholischen Kirche, in der CSU, im VdK.
25 Urkunden wurden ihm überreicht, Ehrenzeichen erhielt er in Massen, 2004 wurde Wala die silberne Bürgermedaille des Markts Marktleugast verliehen. Neben seinem Engagement in Mannsflur entwickelte er eine Leidenschaft für die "alte Heimat": Sein Schwerpunkt war sein Geburtsort, ein Dorf mitten in der jetzigen Tschechischen Republik: Kvetná. Früher hatte es den deutschen Namen Blumenau und gehörte zum Kreis Zwittau, jetzt Svitavy. Sein berühmtester Sohn war Oskar Schindler.
20 Mal hatte Leopold Wala das Dorf im Schönhengstgau besucht und eine umfangreiche Dokumentation darüber angelegt. Er war Mitorganisator des jährlichen Treffens ehemaliger Blumenauer bei Ansbach. Seine Besuche in der eigenen Vergangenheit dienten der Aussöhnung. Eine Schuldzuweisung, die Deutschen hätten doch den Krieg angefangen, habe er in der Tschechei nie gehört, berichtete Wala. Auch habe er in Kvetna immer gesagt, dass er nicht daran denke, zurückzukehren, denn er müsste dafür die Verbindungen in der neuen Heimat aufgeben.
Leopold Wala wäre am 28. Juni 97 Jahre alt geworden. Die Trauerfeier findet am Samstag, 10.30 Uhr, in der katholischen Kirche Marktleugast statt. kla