Veronika Schadeck

In der Region Landschaften und Dörfer stärken, das ist die Mission des Amts für Ländliche Entwicklung (ALE) Oberfranken. Dahinter steckt der Gedanke, in enger Zusammenarbeit mit den Gemeinden und in Abstimmung mit den Bürgern gleichwertige Lebensverhältnisse zu sichern und zu fördern. Diese Vision verfolgt die Behörde mit Sitz in Bamberg seit vielen Jahren. Wo und wie im Jahr 2020 Projekte in den Landkreisen Coburg, Kronach und Lichtenfels unterstützt wurden, erläuterten der Amtsleiter Lothar Winkler und der Gebietsabteilungsleiter Wolfgang Kießling im Dorfgemeinschaftshaus Schlegelshaid im Landkreis Kronach.

Der Ort war bewusst gewählt, denn ohne Förderungen durch das ALE wäre die Gemeinde Steinwiesen nicht in der Lage gewesen, das Dorfgemeinschaftshaus finanziell zu schultern. In Oberfranken werden derzeit 360 Projekte mit Unterstützung durch die ALE gestaltet. In diesen Projekten wurden im vergangenen Jahr Investitionen in Höhe von 39,7 Millionen Euro ausgeführt, die das ALE mit 24,7 Millionen gefördert hat.

Im Landkreis Coburg investierten Kommunen 3,6 Millionen Euro in 31 Maßnahmen, zu denen das ALE fast zwei Millionen Euro beisteuerte, erklärte Lothar Winkler. Es flossen Gelder in 13 Dorferneuerungen und sechs Flurneuordnungen. Weiterhin gab es Förderungen bei zwei Projekten in den ländlichen Straßen- und Wegebau und für drei Maßnahmen im Rahmen der "Integrierten Ländlichen Entwicklung". Hinzu kamen drei Projekte im Bereich des Programms "bodenständig" und vier beim "Freiwilligen Landtausch". Wolfgang Kießling hob unter anderem die Dorferneuerungen beim Projekt "Backen und Bauen im Rodachtal", in Ahlstadt und Untersiemau hervor. In der Planung befanden sich 2020 die Dorferneuerung in Ahorn und Kaltenbrunn. Darüber hinaus gab es Flurneuordnungen in Großwalbur, Elsa, Ober-/Unterellendorf. Beim Ländlichen Straßen- und Wegebau wurden der Kernweg in Lohhof-Merkendorf und der Wirtschaftsweg in Rottenbach-Tremersdorf gefördert.

Auch Privatleute profitieren

Landrat Sebastian Straubel dankte den Mitarbeitern der ALE für das Engagement und die Unterstützung für den Landkreis Coburg. Wichtig sei aber auch, die Gebäude nach der baulichen Vollendung mit Leben zu erfüllen und zu unterhalten.

"Wichtig ist, dass die Bürger die Projekte wollen", so Lothar Winkler. Der stellvertretender Lichtenfelser Landrat, Helmut Fischer, wies darauf hin, dass jeder Euro an Zuschuss auch mehrere Euro an Investitionen zur Folge haben. Und Gerhard Wunder, der stellvertretende Landrat des Landkreises Kronach, ergänzte, dass bei den Förderprogrammen der ALE auch oftmals Privatleute profitieren können.

Was die Zukunft von Förderungen betrifft, ist der Chef der ALE zuversichtlich. Sein Amt bezieht Gelder aus Landes-, Bundes- und EU-Mitteln. Fest steht bisher, dass für 2022 der Freistaat den Ämtern für Ländliche Entwicklung 130 Millionen Euro zur Verfügung stellt. Seine Behörde erhält davon für Oberfranken 25 Millionen Euro.

Und was die aktuelle Situation auf dem Baumarkt betrifft und die damit oft verbundenen Preissteigerungen von öffentlichen und geförderten Gebäuden, so meinte Winkler, dass bei einer Kostensteigerung über zehn Prozent eine sogenannte Leitungsrunde zusammen tagt. Dann komme es auf den Einzelfall an.