"Freude am Leben": Mit diesem Lied nach einer slowenischen Volksweise eröffnete der Liederkranz Seßlach am Samstagabend seinen traditionellen Liederabend, der in diesem Jahr unter dem Motto "Leben - Lieben - Lachen" stand. Im gut gefüllten Sportheim des DJK/FC Seßlach hatten sich mit dem Männergesangverein "Bergesklänge Witzmannsberg", der "Liedertafel Roßfeld/Rudelsdorf" und dem Kirchenchor Seßlach auch drei Gastchöre eingefunden, um gemeinsam unterhaltsame Stunden bei Gesang, Gedichten und Gesprächen zu verbringen.
"Wer heute wieder nicht gekommen ist, verpasst erneut etwas", begrüßte Bürgermeister Martin Mittag (CSU) mit Blick auf die noch freien Plätze die Anwesenden. Obwohl sie in Seßlach ein vielfältiges musikalisches Angebot vorfänden, vermisst Mittag mitunter den Zuspruch der Bürger. Bezeichnend für das Engagement der Liederkranz-Sänger fand er es, dass sie den Abend wie geplant durchzogen, obwohl ihr musikalischer Leiter Karl Jürgen Schmölzing stimmlich stark in Mitleidenschaft gezogen war. Das galt nicht für seine Sänger, die das Programm mit "Der Spielmann ist da" und der tschechischen Weise "Andulka" fortsetzten. Schmölzing, sonst "Fels in der Brandung", der bereits seit 1987 als Chorleiter fungiert, musste sich aufs Dirigieren beschränken, während Vorsitzender Dr. Heinrich Rost den Ton angab.
Ihre Freude am Gesang drückten der gemischte Chor aus Roßfeld/Rudelsdorf (Leitung: Elvira Löwel) mit "Singen macht Spaß", der Witzmannsberger Männerchor (Leitung: Matthias Funk) mit "Mein Mund der singet" und der Kirchenchor aus Seßlach (Leitung: Monika Rößner) mit "Singen ist Leben" aus. Neben Rosen(garten) wurden von den vier Chören auch Träume (zum Beispiel "Träume aus der Kinderzeit" oder "Lebe deinen Traum") und der "Abendfrieden" besungen. Natürlich durften auch (Chianti-)Wein, schöne Mädchen wie das "Franken Madla" und vor allem die Liebe nicht fehlen. "Das Lieben bringt groß' Freund" hieß es etwa in dem gemeinsam gesungenen Lied im ersten Teil.
Die Bandbreite des abwechslungsreichen Repertoires reichte von Volksweisen aus verschiedenen europäischen Ländern, dem Zulu-Gospel "Siyahamba" aus Südafrika und klassischen Männerchorsätzen über Gedicht-Vertonungen (zum Beispiel "Wein und schöne Mädchen" mit Text von Friedrich Rückert) und Operettenmelodien (wie "Ach ich hab in meinem Herzen" aus "Schwarzer Peter") bis hin zum Popsong (etwa "Solange man Träume noch leben kann" von der Münchener Freiheit).
Zwischendurch erheiterten Gedichte von Wilhelm Busch und Hermann Schneider das Publikum. Auch der miteinander intonierte "Lachkanon" sorgte für gute Stimmung im Sportheim.
Und so weckte das Motto "Leben - Lieben - Lachen", das der "Liederkranz" für seinen 29. Liederabend in 30 Jahren gewählt hatte, vielfältige Emotionen beim Publikum, bevor die Gastgeber mit "Bella Bimba" und der "Rose von Burgund" nach drei unterhaltsamen Stunden den musikalischen Schlusspunkt setzten.