Mehr als eine halbe Million Euro wird die Umsetzung aller für dieses und das kommende Jahr geplanten Maßnahmen den Landschaftspflegeverband (LPV) Coburger Land kosten. Bei der jüngsten Vorstandssitzung wurde das Paket beschlossen, dessen größter Posten die Pflege ökologisch wertvoller Biotopflächen umfasst. Verteilt auf sieben Anträge sollen hierfür mehr als 235 000 Euro ausgegeben werden.

Entbuschung und Gehölzpflege (über 100 000 Euro) und die Neuanlage von Pflanzungen (rund 95 000 Euro) sind ebenfalls große Kostenfaktoren. Eine Fläche, auf der im vergangenen Herbst besonders viel getan wurde, liegt bei Großwalbur. Die private Eigentümerin stellte ihr Land zur Verfügung. So konnte eine vorhandene Hecke durch eine dreireihige Anpflanzung erweitert und eine Streuobstwiese angelegt werden. "Die Wiese wurde mit einer artenreichen Saatgutmischung angesät", erklärt Frank Reißenweber, der Geschäftsführer des LPV, beim Ortstermin. Die Neuanlage steht im Zusammenhang mit bereits jetzt wertvollen Gebieten am nahen Waldsaum und einer Hecke, die schon Altbestand ist und daher demnächst gepflegt werden muss. "Das ist notwendig, damit sie ihren Wert für viele seltene Arten behält", erklärt Frank Reißenweber. Er weiß: "Heckenpflege, so notwendig sie ist, ist immer die am häufigsten kritisierte Arbeit." Würde nicht immer wieder ein Teil solcher Hecken auf den Stock gesetzt - also zurückgeschnitten - , würde sich das Bild drastisch verändern. "Irgendwann hätten wir da eine Reihe von Einzelbäumen und ein paar Büsche", erklärt er. Das wäre auch Lebensraum - aber eben nicht für so viele und nicht für so seltene Arten.

Bei Wiesenfeld führt Frank Reißenweber auf eine Fläche, die heute nur noch vom LPV gepflegt wird. Sie gehört der Wildland Stiftung, die eine Tochter des Jagdverbandes ist. Von Jägern und später vom LPV wurden dort schon vor mehr als 20 Jahren Hecken angelegt. Die älteren Teile müssen jetzt bald etwas zurückgenommen werden. Dadurch wird vorübergehend der idyllische Anblick gestört. Es ist aber notwendig, damit auf lange Sicht genau dieser Anblick erhalten bleibt - und mit ihm der hohe Wert für die Natur, betont Frank Reißenweber.

Breites Spektrum

Gehölzpflege vom Stutzen der Kopfweiden über den Obstbaumschnitt bis hin eben zur Heckenpflege nimmt breiten Raum in der Arbeit des Landschaftspflegeverbandes ein. Daneben spielen Weidepflege und Zaunbau eine Rolle, die Neuanlage von Biotopgewässern, Fledermausschutzmaßnahmen und schließlich die Betreuung und Errichtung von Amphibienschutzzäunen. Alle geplanten Arbeiten werden voraussichtlich 580 000 Euro kosten. Unter "Sonstiges" summieren sich kleinere Arbeitsaufträge von Städten und Gemeinden auf weitere 47 500 Euro. Oft sind das Maßnahmen, die aus Fördermitteln finanziert werden. So werden Streuobstwiesen gemäht, der Naturlehrpfad des Landkreises gepflegt oder Arbeiten verrichtet, die der LPV selbst finanziert. Getragen wird die Arbeit des Verbandes vor allem durch Zuschüsse (über 435 000 Euro) und Mitgliedsbeiträge der Kommunen (25 700 Euro). Letztere sollen moderat von 13 auf 15 Cent je Einwohner steigen.

Ein eigenes Programm hat der Landschaftspflegeverband für die Obstbaumpflege aufgelegt. "Es besteht im Landkreis ein erheblicher Bedarf an der Pflege von Obstbäumen", erklärt LPV-Geschäftsführer Frank Reißenweber. Kosten von 100 Euro je Baum werden angesetzt. Dabei ist die Entsorgung des Schnittmaterials inbegriffen. Um vorrangig kommunale Baumbestände zu pflegen, sind 10 000 Euro eingeplant.

Problematisch wird es allerdings nach den Worten des Geschäftsführers in zunehmendem Maße, jemanden zu finden, der die Arbeiten durchführen möchte. Auf Initiative der Maschinenringe in Oberfranken sollen daher die Stundensätze der Arbeitskräfte bis zur nächsten Antragsperiode von 17 auf 21 Euro angehoben werden. Die Landschaftspfleger sehen sich zunehmend in Konkurrenz mit anderen Tätigkeiten. Als Beispiel wurde die soziale Betriebshilfe genannt, die mit 19 Euro je Stunde vergütet und jährlich um zwei bis drei Prozent angehoben wird. Gewerbliche Tätigkeiten über die Maschinenringe, wie die Grünflächenpflege in Kommunen, werden mit 25 Euro die Stunde bezahlt. Im Gegenzug zur Anhebung der Stundensätze soll die Größe der eingesetzten Maschinen gedeckelt werden, um so Kosten zu sparen. Ausnahme bleiben Einsätze, die starke Schlepper erfordern wie etwa das Holzhäckseln oder Erdtransporte bei Baggerarbeiten.