Das Gefälle zwischen Süd- und Nordbayern spiegelt sich auch im jüngsten Landkreis-Ranking von Focus Money wider: Das schlechte Abschneiden der unterfränkischen Regionen (siehe Info-Kasten) sei kein neues Phänomen. Es sei kein Zufall, dass der Landkreis als "Raum mit besonderem Handlungsbedarf" eingestuft ist: "Die Staatsregierung hat eingesehen, dass bei uns einfach noch etwas draufgepackt werden muss bei Förderprogrammen", sagt Kreis-Wirtschaftsförderer Jürgen Metz.
"Wir müssen uns attraktiv darstellen und in München klar machen, dass Bayern nicht hinter Nürnberg aufhört", erklärt Metz weiter. Für den Landkreis selbst sei es eher schwierig, konkrete Anreize zu schaffen. Die Wirtschaftsförderer im Landratsamt könnten lediglich Zuschüsse vermitteln, aber nicht selbst auszahlen. Wichtig seien vor allem Neu-Ansiedlungen innovativer Unternehmen, etwa digitaler Gründer. Erfreulich seien große Investitionen wie aktuell bei "L+S" in Großenbrach, denn: "Im Handwerk wird im Schnitt einfach weniger pro Arbeitsplatz investiert."
Einwirken will der Landkreis auch auf den demografischen Wandel und die Arbeitslosenzahlen, die in der Studie bewertet wurden. Auch eine bessere Willkommenskultur sei ein wichtiges Ziel. Zudem soll ehemaligen Landkreis-Bewohnern schmackhaft gemacht werden, wieder zurück zu kommen - und ihre beruflichen Erfahrungen vor Ort einzubringen.
"Wir versuchen, den Standort in Absprache mit den Wirtschaftsförderern zu bewerben", setzt auch Sascha Genders von der IHK auf positive Außen-Darstellung. Schließlich habe Unterfranken viel zu bieten: gut erreichbar und mit einer Exportquote von 42 Prozent international gut aufgestellt. Selbst im Landkreis Bad Kissingen sei die Exportquote in den vergangenen Jahren auf 27 Prozent gestiegen. Das produzierende Gewerbe steuert im Landkreis laut IHK 14,2 Prozent zur Wertschöpfung bei, das Baugewerbe 10,8 Prozent. Größter Brocken in der Statistik sind aber mit 35,3 Prozent die Dienstleistungen, zu denen auch das Gesundheits- und Sozialwesen gehört. Auf diesen Bereich entfallen laut IHK ein Viertel aller sozialversicherungspflichtig Beschäftigten im Landkreis.