Stadtsteinach veranstaltet im Rahmen des Stadtjubiläums ein Bobbycar-Rennen
Das Häuschen liegt idyllisch im Wiesengrund an der Hammermühle. Hinten, in einem Nebengebäude, wird eifrig gearbeitet. Dort hat Tim Pöhnlein eine komplette Werkstatt eingerichtet. Der 42-jährige Stadtsteinacher hat Benzin im Blut. Derzeit baut er einen Rennwagen für das Bobby-Car-Rennen, eines der Highlights der Jubiläumsfeier „875 Jahre Stadtsteinach“.
Federführend dafür ist Jens Pöhner. Zusammen mit Tim und Ronald Geier hat er sich vorgenommen, für die Faschingsgesellschaft ein besonderes Bobbycar zu bauen. Das PR-Büro der Stanicher Jecken hat auch schon einen Namen für den Boliden gefunden: „ Luzie“ – das ist die, die tierisch abgeht.
Seit Wochen am Werkeln
Seit sieben Wochen laufen die Arbeiten. Das Projekt ist weit fortgeschritten und lässt unwillkürlich jeden schmunzeln, der den roten Renner das erste Mal sieht. Keck präsentiert er sich auf einer Autohebebühne, und sofort erkennt man, dass das Teil speziell getunt ist. Es verfügt über eine frei tragende Karosserie aus Stahl, den Jens Pöhner in Form gebracht hat. Aber nicht aufs Geratewohl: Zuvor musste eine exakte Konstruktionszeichnung her. So einfach drauflos schrauben – das ist nicht.
Denn das Reglement ist streng. Der Bobby-Car-Sport-Verband ist der Lizenzgeber für offizielle Rennen und bestimmt den Rahmen des Zulässigen. Dazu gehören nicht nur die Maße des Fahrzeugs, sondern auch sein Gewicht: Maximal 40 Kilogramm.
Doch Masse zählt bei den Rennläufen. Je schwerer so ein Wagen ist, desto schneller rauscht er den Berg hinab. Für Antrieb sorgt ausschließlich die Schwerkraft.
Aus diesem Grund haben sich die Konstrukteure einiges einfallen lassen, um ihren Renner zusätzliche Pfunde zu verleihen. Wie sie das anstellen, das verraten sie nicht.
Zubehör für den Boliden
Um das Mini-Auto schnell zu machen, braucht es aber noch mehr. Die Racing-Konstrukteure haben ihm die Reifen eines Sack-Karrens spendiert, mit speziellen Kugellagern. Sie haben einen geringeren Rollwiderstand und werden mit Leichtlauf-Öl geschmiert, um zusätzlichen Speed zu ermöglichen. Bei dem zu erwarteten Mörder-Tempo muss der Racer stabil bleiben. Dafür sorgen massive Komponenten. „Alle beweglichen Teile sind aus Metall“, sagt Jens Pöhner.