Heftige Regenschauer ließen die Wortbegeisterten des Literaturvereins im letzten Moment bangen. Denn ausgerechnet an dem Tag, an dem die Lesung im Kulmbacher Stadtpark stattfinden sollte, öffnete der Himmel seine Schleusen. Doch 30 Minuten vor Beginn der Lesung verzogen sich die letzten schwarzen Wolken. Moderatorin Andrea Senf und die Vorsitzende des Literaturvereins , Karin Minet, gaben grünes Licht. Rund 30 Besucher nutzten die trockene Stunde und genossen einen abwechslungsreichen Nachmittag unter freiem Himmel.
Die Zuhörer hatten ihre eigenen Klappstühle und Campinghocker mitgebracht. Und auch auf den Bänken zwischen den Bäumen machten es sich einige gemütlich. Den Auftakt übernahm Andrea Senf , die auch durch das Programm führte. Nach der Begrüßung durch Karin Minet folgte eine bunte Mischung aus Gedichten, Erzählungen und Reisegeschichten.
Christa Wallmann eröffnete den Reigen mit einem Gedicht von Wilhelm Busch . Manfred Ströhlein nahm die Zuhörer mit „Mit Worten um die Welt“, Angelika Tyll erzählte von „Begegnungen“, Klaus Köstner stellte fest, dass die Welt manchmal erstaunlich klein ist, und Laura Carlsson-Monti las „Der Pappbecher im Wind“. Die Zuhörer genossen die Wortakrobatik und Wortspielerei in entspannter Atmosphäre. Denn die passte perfekt zu den ganz unterschiedlichen Texten , die die Mitglieder des Literaturkreises vortrugen.
Karin Minet und Andrea Senf betonten, dass es nicht darum gehen würde, ob jemand Schreib-Erfahrung oder ob jemand schon Texte veröffentlicht habe. Erlaubt war, was gefällt. Eigene Texte , die Lesung fremder Texte . Bei der Lesung im Park ging es einzig und allein darum, sich mit Literatur auseinanderzusetzen, die Worte auf sich wirken zu lassen.
Einen roten Faden allerdings gab es: das Reisen. Joachim Feulner erzählte von einem „Koalabär“, Jürgen Kohlberger erinnerte an seine Mallorcareise vor vielen Jahrzehnten. Und Valeriia Lysak streifte mit ihrem Text „Die Unsterblichkeit“.
Einen besonderen Akzent setzte Jutta Lange. Als ehemalige Journalistin ist sie ein echter Profi. In ihrem Text über die Sahara entführte sie das Publikum in die faszinierende Welt der Wüste. Eindrucksvoll schilderte sie ihre persönlichen Begegnungen mit der Kultur der Tuareg – mit ihren traditionell verhüllten Gesichtern und zeichnete ein lebendiges Bild der Kultur und der Sahara-Landschaft. Mit ihrer detailreichen Sprache ließ sie die Zuhörer gedanklich durch Sanddünen und Oasen reisen. Im Mittelpunkt stand das einfach Leben, das Bangen um Wasser.
Buchstäblich in letzter Minute schaffte es Edina Thern zur Veranstaltung. Die Künstlerin aus Elbersreuth stand auf der Anreise bei Ingolstadt im Stau. Doch sie präsentierte ihren Text in gewohnt akzentuierter Weise.