Die Jahresausstellung des Bundes Fränkischer Künstler auf der Plassenburg lädt zum Staunen ein
Die Werkschau dokumentiert die immense Bandbreite und Qualität des kreativen Schaffens in der Region. Kulmbachs OB Ralf Hartnack zeigte sich beeindruckt von der gebotenen Vielfalt und bezeichnete den Bund fränkischer Künstler (BFK) als „Markenzeichen.“ Er verwies bei der Vernissage auf die langjährige Tradition der Ausstellung. Die Jahresausstellung finde heuer zum 97. Mal statt. Damit sei sie ein fester Bestandteil des Kultur-Angebotes.
Hartnack zog einen unerwarteten Vergleich wischen dem BFK und dem Tempo-Taschentuch. Beide Labels seinen im selben Jahr – nämlich 1929 – in Franken erfunden worden. Und beide seien Markenzeichen für erfolgreiches Engagement in der Region. So hätten sowohl der BFK als auch die Taschentuch-Marke höchste Bedeutung und seien zum Gattungsbegriff für eine ganze Kategorie geworden.
In einem Ausblick wies das Stadtoberhaupt darauf hin, dass man 2029 den hundertsten Geburtstag der Künstlervereinigung feiern könne. Dieses beeindruckende Jubiläum werde dann in einem gebührenden Rahmen begangen.
Auf diesen runden Geburtstag freuten sich die beiden Vorsitzenden des Bundes Fränkischer Künstler, Sandra Groh und Jürgen Stahl. Dem Kulmbacher OB überreichten sie in Anspielung auf dessen Funktion als Schirmherr der Veranstaltung einen Regenschirm.
Zuvor hatten die beiden Vorsitzenden in einem Memento Anita Magdalena Franz gedacht, die kürzlich im Alter von 75 Jahren verstorben war. Die Egensbacherin hatte mit ihren Skulpturen zahlreiche Preise gewonnen und war immer wieder bei internationalen Ausstellungen vertreten. Sie diente dem BFK lange Jahre als erste beziehungsweise stellvertretende Vorsitzende.
Betroffen von der Nachricht zeigte sich auch Stellvertretende Landrätin Christina Flauder. Zusammen mit den anderen weit über hundert Gästen gedachte sie der Verstorbenen.
Die Festrede zur Vernissage lieferte Johannes Asen. Der bühnenerprobte Kulmbacher erledigte die Aufgabe in einer ebenso witzigen wie außergewöhnlichen Art, indem er das Rednerpult verließ und sich direkt vors Publikum begab. Mit symbolträchtigen, stakkatoartig vorgetragenen Schlüsselwörtern umriss er das weite Feld der bildenden Künste und bemühte Pressezitate aus der langen Geschichte des BFK. So war einst von einem „Chaos mit aufgeschlitzten Tuchfetzen" die Rede“, das als "nicht genialistsich" zu betrachten sei. Oder von der Kunst als "erhabene Manifestation des menschlichen Geistes".