Der Christ in dieser Zeit
„Der Mensch tracht, Gott lacht“, so heißt ein jiddisches Sprichwort, das etwas sarkastisch die Unplanbarkeit des Lebens aufs Korn nimmt. Und trifft es den Nagel nicht auf den Kopf?
Man denke nur an die Fußball-WM. Trainer und Spieler haben sich angestrengt, aber dann schied die deutsche Mannschaft wieder früh aus. Auch sonst schleicht sich das Gefühl ein, als würde unser Trachten und Anstrengen nichts helfen.
Was wird alles versucht, um unsere Wirtschaftslage zu stabilisieren, aber nichts scheint zu fruchten. Wie viele Friedensverhandlungen werden versucht, und jedes Mal scheitern sie. Vielleicht kennen wir das auch aus unserem persönlichen Leben: angestrengt, aber das Klassenziel nicht erreicht; Dutzende Bewerbungen geschrieben und keine Arbeit gefunden; gesund gelebt und Therapien versucht, aber die Krankheit bleibt bestehen.
Der Beter vom 73. Psalm fragte sich offenbar auch, wieso Gott Gelingen und Erfolg so unbegreiflich verteilt, wieso die gemeinsten Menschen den größten Erfolg zu haben scheinen.
Aber er betet: Dennoch bleibe ich stets an dir; denn du hältst mich bei meiner rechten Hand, du leitest mich nach deinem Rat und nimmst mich am Ende mit Ehren an (Ps. 73,23-24).
Ein schöner Trost: Auch wenn es in der Welt noch so ungerecht zugeht, Gott nimmt sich unser an, er begleitet uns durchs Leben, er kennt den besten Weg für uns, und am Ende dürfen wir trotz allem, was nicht gelingt, bei ihm geachtet sein wie ein Ehrenbürger.
Das bewahrt uns nicht vor Frust im Leben, aber es kann uns den Mut geben, uns trotz aller Rückschläge Tag für Tag neu anzustrengen für das Gute und das, was wir nicht ändern können, gelassen Gott anzuvertrauen.