Alexander Hartmann

Wer sich in Kulmbach den Traum vom Eigenheim erfüllen will, der hat bei der Suche nach Grundstücken bis dato alles andere als die Qual der Wahl. Gerade mal zehn freie Parzellen stehen in den städtischen Baugebieten zur Verfügung. Doch das wird sich bald ändern: Kulmbach braucht Bauland - und bekommt es. Wohl ab Herbst können Bauwillige in Forstlahm-Nord die Bagger anrollen lassen, im Melkendorfer Areal Siegberg, das um 17 Parzellen erweitert wird, vermutlich schon ab Ende Juli.
In Forstlahm sind die Grundstücksverhandlungen weit gediehen. Wie der Leiter der städtischen Tiefbauabteilung, Ingo Wolfgramm, mitteilt, soll Ende Mai die Erschließung beginnen, die vermutlich Ende September abgeschlossen wird. 2,8 Millionen Euro investiert die Stadt Kulmbach, die in einem ersten Bauabschnitt 43 Grundstücke schaffen will. Insgesamt sind dort 90 Parzellen geplant.


"Traumhafter Ausblick"

Das Gebiet ist attraktiv, nicht nur ob der verkehrsmäßig günstigen Lage an der B 85, sondern auch dank der Südhang-Lage Richtung Rotmaintal. "Von dort hat man einen traumhaften Ausblick", schwärmt Oberbürgermeister Henry Schramm (CSU). Es verwundert daher auch nicht, dass sich schon über 40 Bauwillige gemeldet haben.
Von einer solch großen Nachfrage konnte die Stadt nur träumen, als 2004 in Melkendorf der erste Abschnitt des Baugebiets Siegberg erschlossen wurde. Es war anfangs kein Leichtes, die Grundstücke zu veräußern. Erst durch die Einführung eines städtischen Geldgeschenkes - Familien erhielten damals maximal 20 000 Euro Zuschuss - konnten ab 2006 Bauwillige gelockt werden. Heute, zehn Jahre später, sind alle 23 Parzellen verkauft.


Nachfrage ist gestiegen

Die Nachfrage habe in den vergangenen Jahren stark zugenommen, so die Leiterin der städtischen Liegenschaftsabteilung, Katja Wirth. Man habe sich deshalb entschlossen, den zweiten Bauabschnitt in Angriff zu nehmen. Laut Wirth gibt es vier verbindliche Bewerbungen und viele weitere Nachfragen für die insgesamt 17 Bauplätze. Der voraussichtliche Kaufpreis wird in Melkendorf bei 105 Euro pro Quadratmeter liegen. Eine Schätzung für Forstlahm-Nord gibt es noch nicht. Die Erschließung in Melkendorf, für die die Stadt 450 000 Euro in die Hand nimmt, startet ebenfalls Ende Mai. Sie soll bis Mitte Juli 2016 abgeschlossen sein.
Dass die künftige Melkendorfer Umgehung Bauwillige abschreckt, glaubt Ingo Wolfgramm, der Leiter der Tiefbauabteilung, nicht. Die von der neuen Staatsstraße ausgehenden Lärmemissionen spielten "insofern keine Rolle, da die Umgehungsstraße topografisch deutlich tiefer liegt als das Baugebiet, das sich dort auf einer Art Plateau befindet". Der Verkehrslärm gehe daher "über die Häuser hinweg". Lärmschutzmaßnahmen in Form von Wänden oder Wällen seien nicht vorgesehen. Das Staatliche Bauamt Bayreuth werde jedoch einen Splittmastix-Asphalt aufbringen, "der eine gewisse Lärmreduzierung mit sich bringt".


Aus zehn werden 70

Dass beide Baugebiete innenstadtnah sind und sich im Grünen befinden, stellt der Pressesprecher der Stadt Kulmbach, Tobias Günther, fest. Ziel sei es, vor allem junge Leute nach Kulmbach zu locken. All denen, die sich den Traum von den eigenen vier Wänden erfüllen wollen, wolle die Stadt ein attraktives Angebot unterbreiten. Und eine große Auswahl haben Bauwillige bald: Aus bis dato zehn freien städtischen Bauparzellen werden in den nächsten Monaten 70.