Die Zukunft von Loewe in Kronach, der Neubau des Crana Mare sowie die Aktivitäten zur Schaffung des Lucas-Cranach-Campus standen im Mittelpunkt des Neujahrstreffens des SPD-Stadtverbandes Kronach in der Gaststätte "Frische Quelle".

Eine "gute Entscheidung"

SPD-Bürgermeisterkandidatin Sabine Gross und Stadtverbandsvorsitzender Ralf Völkl unterstrichen, dass bei der Vermietung des Loewe-Geländes die Schaffung von Arbeitsplätzen ein wichtiges Kriterium sein solle. Es sei eine gute Entscheidung der Stadt gewesen, vor fünf Jahren bei der ersten Insolvenz das Loewe-Gelände zu erwerben, weil man jetzt selbst handeln und zeitnah entscheiden könne, erläuterte Ralf Völkl. So sei es gelungen, dass bereits im November der chinesische TV-Hersteller Hisense mit einer Arbeitsgruppe auf dem Gelände gestartet sei, wieder ehemalige Loewe-Mitarbeiter angestellt habe und auch weitere Mitarbeiter in Deutschland nach Kronach verlegen wolle.

Die Übernahme der Elektronik-Produktion durch Dr. Schneider, die man auf dem Gelände halten wolle, sei ein weiterer positiver Schritt. Daneben seien bereits die Firma Technoboards mit circa 60 Beschäftigten, die Fachoberschule sowie die Fachhochschule Coburg mit dem Studiengang "Zukunftsdesign", das Innovationszentrum (IZK) und der Campus Innovationskultur (CIK) Kronach auf dem Gelände tätig.

Das Interesse der Firma Skytec und der russischen Familie Khabliev, welche die Marke Loewe gekauft habe, mit Loewe in Kronach wieder neu zu starten, wurde von der SPD begrüßt. Konkret gehe es um Entwicklung und die Fortsetzung der bisherigen TV-Geräteproduktion, die später um neue Produkte ergänzt werden solle. Dies biete die Chance, einem Teil der hochqualifizierten Spezialisten, die bei Loewe gearbeitet hatten, wieder adäquate Arbeitsplätze zu bieten. In der Startphase seien 50 bis 100 Arbeitsplätze im Gespräch, die weitere Entwicklung müsse man dann abwarten.

Thema Crana Mare

Intensiv wurde auch über die anstehende Generalsanierung oder Neubau des Crana Mare diskutiert, dessen technische Anlagen nach 25 Jahren einer Erneuerung bedürften. Dies wolle man mit einer Modernisierung und qualitativen Verbesserung verbinden, so Werkausschussmitglied Edgar Dunst, der berichtete, dass man vor kurzem eine entsprechende Studie bei einem Fachbüro im Auftrag gegeben habe.

Heidi Hansen und Klaus Bächer, der auch DLRG-Kreisvorsitzender ist, legten Wert darauf, dass die Kosten und Eintrittspreise nach den Baumaßnahmen nicht zu stark ansteigen. Deshalb wolle man - und dies sei die einhellige Meinung im Stadtrat - das Lehrschwimmbecken des Landkreises mit an das neue Bad anbinden, um durch eine gemeinsame Anlagentechnik und personelle Betreuung Kostenvorteile für das gesamte Bad zu bekommen, erläuterte Ralf Völkl. Klaus Bächer und Markus Welsch machten den Vorschlag, bei einem Umbau die Cafeteria von Außen aus zugänglich zu machen, ohne Eintritt zahlen zu müssen. Damit eröffne man den Pächtern bessere Geschäftsmöglichkeiten und so könnten zum Beispiel Eltern, die auf ihre Kinder warten, auch noch etwas essen und trinken.

Beim Thema Schaffung von Hochschulangeboten informierte Ralf Völkl, dass die Hochschulen Hof und Coburg konkrete Studiengänge entwickelt und beantragt hätten. Deren Schwerpunkte lägen im Bereich Informationstechnologie für Gewerbe, Medizin und Soziales. Sie träfen damit genau die aktuellen Entwicklungen und seien für Studenten attraktiv. Deshalb stehe die SPD hinter dem Projekt "Lucas-Cranach-Campus", für das Stadt und Landkreis nun die entsprechenden Seminarräume, Büros und auch Wohnraum schaffen müssten. Hier sei es das Ziel, daran erinnerte Marina Schmitt, die Angebote und Wohnungen möglichst innenstadtnah zu schaffen, um die Stadt zu beleben.

Sabine Gross unterstrich, Kronach benötige vor allem preiswerten Wohnraum, der gleichermaßen für junge Leute als auch - mit kleineren und barrierefreien Wohnungen - für Senioren benötigt werde. Klaus Simon mahnte, die Nutzung des Bürgerspitals voranzutreiben. vz