Rund 20 000 Klicks auf Facebook , Follower in rund zehn Ländern der Erde, eine Präsenz in über 30 Ländern auf der ganzen Welt - der im Jahr 2011 ins Leben gerufene Adventskalender "24 Fenster für Stockheimer" der Interessengemeinschaft (IG) Stockheimer Geschäftsleute ist eine echte Erfolgsgeschichte und das keinesfalls "nur" in den neuen Medien. Allabendlich in der Adventszeit hatten sich viele Besucher beim jeweiligen Fensterpaten zur feierlichen Eröffnung seines Adventsfensters eingefunden. Auch anschließend blieb man bei Plätzchen und warmen Getränken gerne noch in geselliger Runde beisammen. All dies war in der vergangenen Saison aber coronabedingt nicht möglich.

"Ganz ausfallen lassen wollten wir die Aktion jedoch auch nicht", betonte der Sprecher der Stockheimer Geschäftsleute, Rainer Engelhardt. Bereits im Sommer vergangenen Jahres hatte man daher beratschlagt, ob und in welcher Form man den Adventskalender gestalten könne. Nachdem man - der jeweils aktuellen Situation entsprechend - mehrmals umgeschwenkt war, reifte schließlich der Entschluss, die Veranstaltung ganz abzusagen. Auf vielfachen Wunsch der Fan-Gemeinde änderte die IG ihre Planungen aber ein weiteres Mal und entschied sich für die komplett digitale Variante, für die sich innerhalb kürzester Zeit 24 Paten meldeten.

Für den Online-Adventskalender waren die Paten aufgerufen, sich jeden Tag mit einem weihnachtlichen Impuls an der Aktion zu beteiligen. Das Motiv (es musste nicht unbedingt ein Fenster sein) blieb den Paten überlassen, beispielsweise Bilder, Gedichte oder Geschichten zur Weihnachtszeit, eventuell unterlegt mit einem Lied oder Musikstück . Der Beitrag wurde jeden Tag von der IG in die digitalen Medien eingestellt.

Eröffnungsvideo gedreht

"Uns war eine Alternative zur realen Adventsfenster-Aktion wichtig, um die jahrelange Tradition nicht zu unterbrechen. Der Online-Adventskalender war die einzige Möglichkeit, und das haben wir versucht, so gut wie möglich umzusetzen", verdeutlichte der Sprecher. Sein Dank galt einmal mehr allen Paten sowie seinen verantwortlichen Kollegen der IG, im Besonderen Oliver Kraus.

Kraus, der in der Vergangenheit alljährlich Bilder bei den Fenster-Eröffnungen gemacht hatte, war es auch, der als Kameramann ein Eröffnungsvideo mit Engelhardt und Stockheims Bürgermeister Rainer Detsch gedreht hatte. Der Startschuss für die diesjährige Aktion am 1. Dezember fand dabei nicht wie sonst üblich am Rathaus statt, sondern coronakonform im Gartencenter Engelhardt. Als kleine Einstimmung las das Gemeindeoberhaupt dabei das Gedicht "Ich wünsche dir Zeit" vor.

Der Adventskalender war 2011 ins Leben gerufen worden, um den Gemeinschaftssinn in der Großgemeinde Stockheim zu stärken und der Bevölkerung die Vorweihnachtszeit auf eine besondere Weise näherzubringen. Hinzu kam der karitative Aspekt, sammelten doch an jedem der 24 Abende Verantwortliche der IG mit ihrer Spendenbox bei den Gästen für den guten Zweck. Zudem konnten Spenden auf das eigens von der Gemeinde dafür eingerichtete Spendenkonto erfolgen. Insgesamt wurde dabei in der Vergangenheit eine Spendensumme von fast 58 000 Euro erzielt. Rund 7000 Euro gingen dabei an die Kindergärten in der Gemeinde. Mit den übrigen fast 51 000 Euro wurden hilfsbedürftige Menschen, ebenfalls in der Gemeinde Stockheim , bedacht, und so war es auch heuer.

VdK wählt Spendenempfänger aus

Neben dem traditionellen Gemeindekonto bestand in diesem Jahr zudem die Möglichkeit, via PayPal die Aktion finanziell zu unterstützen. Insgesamt kamen dabei an die 1000 Euro zusammen, die von der IG noch aufgestockt wurden. Die Auswahl des Spendenempfängers erfolgte durch den VdK-Ortsverband Stockheim-Neukenroth, namentlich in Person der Ansprechpartnerin Sigrid Schank, die über Einblicke in die bedürftigen Familien verfügt. Nur sie und Engelhardt kennen den beziehungsweise die Spendenempfänger, die aus Datenschutzgründen stets anonym bleiben.

Die Stockheimer Geschäftsleute versichern die ordnungsgemäße Verwendung der Spende und danken für die einmal mehr großherzige Spendenbereitschaft der Bevölkerung.

"Eine gute Tat kann in hohem Maße befriedigend sein und auch ansteckend wirken", ist sich Bürgermeister Rainer Detsch sicher. Großer Dank gebühre den Initiatoren des Adventskalenders und den Fensterpaten, die in dieser nicht einfachen Zeit eine Möglichkeit gefunden hätten, den beliebten Adventskalenders virtuell zu gestalten.