25 wetterfeste Wander- und Kulturfreunde ließen sich auch vom Dauerregen das Finale der „Burgstall-Trilogie“ der Ortsgruppe Nordhalben des Frankenwaldvereins nicht vermiesen und genossen das ungeplante Waldbaden mit allen Sinnen.

Wenn der Wanderführer nach dreistündiger Tour über sechs Kilometer und 150 Höhenmetern im anhaltendem Landregen Applaus erhält, dann muss sich das Ganze gelohnt haben. Auch die dritte und letzte Runde zu den Burgställen in der geschichtlichen Grenzregion war eine heimatkundliche Lehrstunde, die Hans Blinzler in einer fast mystischen Schluchtwaldregion des nordöstlichen Frankenwalds hielt.

Ein Brotbaum

So erfuhren die Teilnehmer, dass die Fichte der Brotbaum der Bamberger und die Buche der Schutzbaum der Andechs-Meranier war. Mehrere tiefe Wallgräben und zwei ebenfalls im Gelände erkennbare Vorburgen zeigen heute noch an, dass es sich bei der eigentlichen Hauptburg Wallenrode um eine größere Anlage handelte, die vor knapp 700 Jahren aus der Geschichtsschreibung verschwand. Der Platz ist heute als „Burgstein“ bekannt.

Der Wanderführer wusste von einer Holzmagd zu berichten, die bei der Wallenrode-Statt einen wundersamen Kelch samt trinkbarem Inhalt gefunden hatte. Sie nahm ihn mit, der kleine „Nortwald-Gral“ ist noch heute im Besitz der Geroldsgrüner Kirchengemeinde.

Ähnlich wilde Felsenlandschaften mit Bachkaskaden und flechtenbeladenen Baumveteranen wie am Rauhberg mögen Dichter wie Josef von Eichendorff beflügelt haben. Dem Spätromantiker ist ein Brunnen auf dem weiteren Weg gewidmet. Blinzler rezitierte aus dessen Erzählung vom „Taugenichts“ ein Gedicht und stimmte mit den Gästen das Volkslied vom „Frohen Wandersmann“ an.

Der Wind frischte auf

Auf der anderen Seite des Bergrückens wartete der Kämmleinsfelsen mit kräftigen Windböen . Auch wenn die Fernsicht durch den Regen stark eingeschränkt war, blieb der Ausblick beeindruckend. Ebenfalls einen schönen Blick in den Talkessel der Langenau ermöglichte der Schwammerlingfelsen, und nach kurzem Fußweg war dann der Ausgangspunkt am Brunnenhaus der Max-Marien-Quelle erreicht.

Den Schluck aus dem bekannten „Säuerling“ hatten sich die Teilnehmer verdient, ebenso wie die Einkehr im Nordhalbener Gasthaus Wagner. Lob gebührt auch der Geroldsgrüner Ortsgruppe für die sehr gut gesicherten und mit Schutzhütten versehenen Wege, die zu den Geopfaden rund um Geroldsgrün im „Geopark Schieferland“ gehören. Zufälligerweise wurde genau diese Wanderung in der letzten „Frankenschau“ des Bayerischen Rundfunks als „Geheimtipp“ von Peter Köstner vorgestellt.

Die weitere Entwicklung

Wie es mit den Veranstaltungen der Nordhalbener Ortsgruppe des Frankenwaldvereins weitergeht, wird sich nach der Entwicklung der Corona-Pandemie richten. nn