Man konnte schon etwas erschrecken, wenn man auf die Tagesordnung der jüngsten Schneckenloher Gemeinderatssitzung blickte. 19 Punkte sprangen einem da entgegen. Doch allein 15 drehten sich um die "Behandlung der Stellungnahmen der Träger öffentlicher Belange im Zuge der Aufstellung des Bebauungsplanes für das allgemeine Wohngebiet Neubrand-Mitte". In schönstem Behördendeutsch waren die detailliert aufgelistet und wurden von den Räten so zur Kenntnis genommen.

Darüber hinaus gab es aber auch Stellungnahmen, deren Empfehlungen man in den Erschließungsplan einfließen lassen müsse, erklärte Bürgermeister Knut Morgenroth ( SPD ). Das betraf unter anderem die Telekom , die darauf hinwies, dass man in den geplanten Straßenverkehrsflächen geeignete und ausreichende Trassen zur Unterbringung der Telekommunikationslinien vorsehen müsse. In Bezug auf die Bayernwerk Netz GmbH dürften nur marktübliche Einführungssysteme verwendet werden, so Morgenroth. Anliegen zur Bebauung hatte auch der Bayerische Bauernverband . Im Beschlussvorschlag hieß es deshalb unter anderem: "Die Funktionsfähigkeit der Grundstücksentwässerungen einschließlich Drainagen wird während und nach der Bauzeit sichergestellt. Im Bebauungsplan wird der Hinweis aufgenommen, dass Einfriedungen der einbezogenen Grundstücke keine negativen Aspekte wie der Schattenwirkung und des Nährstoffentzuges auf angrenzenden, landwirtschaftlich genutzten Flächen abwerfen dürften."

Zahlreiche Empfehlungen gab es auch von Kreisbrandinspektor Harald Schnappauf. Sie bezogen sich unter anderem auf die Sicherstellung der Straßen und Zufahrten, die man jahreszeitlich unabhängig gewährleisten müsse. Schnappauf bezog sich aber auch auf die Sicherstellung der Löschwasserversorgung und die Mindestbreite der Zufahrten und Straßen für Einsatzfahrzeuge. Gewässerschutz , Abfallwirtschaft , das Amt für Landwirtschaft , Ernährung und Forsten, all diese Belange gelte es zu beachten, so auch Geschäftsstellenleiter Stephan Urban.

Ein längerer Beschlussvorschlag wurde dem Gremium in Bezug auf die Regierung von Oberfranken vorgelegt, die eine nochmalige Prüfung des gewählten Verfahrens angeregt hatte. Die nämlich merkte aus baurechtlicher Sicht kritisch an, "dass auf Grundlage der vorgelegten Planunterlagen und einer Auswertung unseres internen Rauminformationsprogramms Zweifel daran bestehen, ob es sich bei der dargestellten Fläche tatsächlich um Innenbereich nach Paragraph 34 des BauGB ( Baugesetzbuch ) und bei der Planung damit um eine Maßnahme der Innenentwicklung nach Paragraph 13a BauGB handelt." Im Beschlussvorschlag kam man zu folgendem Ergebnis: "Nach eingehender Prüfung kommt der Gemeinderat zum Ergebnis, dass es sich bei der Fläche tatsächlich um Innenbereich Paragraph 34 BauGB und um eine Maßnahme der Innentwicklung Paragraph 13a BauGB handelt."

Befassen will sich der Gemeinderat außerdem mit dem Thema "Geschwindigkeitsreduzierung" und Verkehrsberuhigung. Das soll allerdings außerhalb des Verfahrens passieren. Morgenroth bezog sich hier auf eine Stellungnahme der Bürgerschaft. Im Satzungsbeschluss legte man am Ende die Aufstellung eines Bebauunsplanes für das " Allgemeine Wohngebiet Neubrand-Mitte" fest.

Mangel an Alternativen

Warum eine Straße, die zwar so nicht auf direktem Weg nach Schmölz führt, dennoch Schmölzer Weg heißen soll, ist eigentlich der Tatsache geschuldet, dass es an passenden Alternativen mangelte. Zumindest die Richtung scheint zu stimmen, soviel zumindest steht fest.

Die Namensfindung sorgte deshalb auch kurzzeitig für schmunzelnde Gesichter, aber alle anderen Vorschläge schieden aus den unterschiedlichsten Gründen aus. "Dann ist das jetzt so," meinte Morgenroth und setzte der Diskussion ein Ende.