Verkaufsoffener Sonntag in Kronach am 27.Juni 2021:

Also doch! Nichts Neues unter der Sonne!

Die Pandemie hat viele von uns gezwungen oder motiviert, unser Miteinander und das, was unser Leben so wertvoll und einmalig macht, zu hinterfragen. Was ist uns wichtig: Natürlich unsere Arbeit und ein Einkommen , das zum Leben reicht, aber auch Begegnungen und dabei Gesicht zeigen zu können, direkte Gespräche und dabei Nähe zu spüren, Zeit und Leben miteinander zu teilen.

Zu wissen „Arbeit ist das halbe Leben“ oder zumindest an einem Tag der Woche ist gemeinsam Zeit für Ruhe, Erholung und „seelische Erhebung“. Darum erfährt der Sonntag besonderen Schutz im Grundgesetz. Es ist der Tag der gemeinsamen Sozialzeit, der Tag für die schönen Dinge des Lebens und nicht der Tag, an dem Kommerz und Einkauf im Vordergrund stehen sollen.

Was fällt jedoch den Entscheidungsträgern/innen unserer Stadt ein?

Auf der rechtlich wackeligen Grundlage eines „abgespeckten historischen Marktes“ sollen die Geschäfte nach den gesunkenen Inzidenzwerten verkaufsoffen sein.

„Aber die Einzelhändler haben doch so viel mitmachen müssen in den letzten Monaten“, so höre ich. Ja, ich gönne darum jedem Geschäft gute Umsätze, kaufe gerne in Kronach ein und vermeide Online-Käufe . Aber diese Art des „Ankurbelns“ unserer lokalen Wirtschaft verdeutlicht: die Verantwortlichen machen weiter so wie bisher, sie lernen nur, wenn sie (gerichtliche und damit finanzielle) Grenzen spüren – das kann es nicht sein! Meine Grenze ist erreicht!

„Wer den Sonntag nicht ehrt, ist meiner Stimme nicht wert!“

Eckhard Joey Schneider, Kronach