Die Rugendorfer Firma Münch-Energie hat bei Lauenhain Potenzialflächen für Photovoltaik-Freiflächenanlagen ermittelt. Das Projekt war in der Bürgerversammlung vorgestellt worden (wir berichteten). 21 von 28 Lauenhainern hatten sich bei einer Probeabstimmung für die Maßnahme ausgesprochen. Die Anregungen aus der Versammlung wurden in die Überlegungen aufgenommen. Projektleiter Michael Ebertz stellte die überarbeitete Planung nun im Stadtrat vor.

„Unser Ziel ist es, der Bevölkerung einen vernünftigen Strompreis für die nächsten 30 Jahre zur Verfügung zu stellen“, bekundete Bürgermeister Timo Ehrhardt ( SPD ). In der Bürgerversammlung sei deutlich geworden, dass zwar die deutliche Mehrheit der Anwesenden für erneuerbare Energien war, die ins Auge gefassten Flächen etwa oberhalb des Friedhofs aber teilweise als nicht optimal erachtet wurden. Daher habe man die Potenzialflächen um einen weiteren Bereich erweitert.

Stadt kann Projekt stoppen

„Wir haben keineswegs vor, die gesamte Fläche zu bebauen“, betonte der Projektleiter. Im Zuge der Bauleitplanung wähle man den Bereich immer größer, da im laufenden Verfahren keine neuen Flächen mehr dazu genommen werden könnten. Nötig sei nun ein Aufstellungsbeschluss, um die nächsten Verfahrensschritte wie das Einholen notwendiger Gutachten angehen zu können.

Bis zum endgültigen Beschluss des Bebauungsplans , so Ebertz, könne die Stadt das Verfahren jederzeit stoppen, ohne dass ihr Kosten entstünden. Angedacht sei eine Fläche von 30 Hektar, auf der rund 40 Gigawattstunden Strom im Jahr produziert werden sollen. Inklusive Steuer und Abgaben könnte man der Bevölkerung nach heutigem Stand einen günstigen Bürgerstrom zwischen 23 und 26 Cent je Kilowattstunde anbieten. Auch mit Firmen stehe man als mögliche Abnehmer in Kontakt.

Für die Stadt ergeben sich Ebertz zufolge über die prognostizierte Laufzeit der Anlage von 30 Jahren langfristig planbare Einnahmen in Form von Gewerbesteuer und einer sogenannten Akzeptanzabgabe. Zudem könne sie sich mit 30 Prozent an der Anlage beteiligen. Auch Privatpersonen könnten Anteile zeichnen und eine garantierte Verzinsung von vier Prozent erhalten.

Unruhe oder Freude?

Maximilian Heyder ( CSU ) sprach sich zwar grundsätzlich für Photovoltaik aus. Die Aufnahme einer dritten Fläche ohne Rücksprache mit der Bevölkerung habe aber für Unruhe gesorgt. Mit der Aufnahme habe man ja gerade auf deren Anliegen reagiert, entgegnete der Bürgermeister. Auf Nachfrage von Hermann Feuerpfeil (FW) meinte Ebertz, dass Photovoltaik bereits jetzt die günstige Möglichkeit sei, Strom zu erzeugen. Christian Heyder ( CSU ) bedauerte den großen Fraß an landwirtschaftlichen Nutzflächen. Er fragte, warum man nicht auf sowieso schon gerodeten Waldstücken bauen könne. Eine Umsetzung dort verbiete das Waldschutzgesetz, antwortete der Bürgermeister.

Der Lauenhainer Ortssprecher Stefan Grüdl favorisierte den neu hinzugekommenen Bereich, da man diesen nicht jeden Tag so im Blickfeld habe. „Das ist die richtige Entscheidung für uns, dann haben wir einen günstigen Strompreis und sind safe“, appellierte Astrid Vetter ( SPD ).

Bei jeweils drei Gegenstimmen wurde der Aufstellungsbeschluss für die vorhabenbezogenen Bebauungspläne der Sondergebiete „Solarpark Lauenhain I“ und „Solarpark Lauenhain II“ mit Änderung des Flächennutzungsplanes im Parallelverfahren gefasst.

Geprüft wird eine Gesamtfläche von rund 150 Hektar. Mit der Verfahrensdurchführung soll das Ingenieurbüro Weber aus Stadtsteinach beauftragt werden. Eine Genehmigung könnte im Herbst 2023 erfolgen, ein Baustart im Jahr 2024. hs