Karl-Heinz Hofmann

Die bis Anfang 1971 politisch selbstständige Gemeinde Brauersdorf war die erste Gemeinde im Landkreis Kronach, die sich zu einer freiwilligen Eingemeindung nach Rothenkirchen zum 1. Januar 1971 entschlossen hat. Am 3. Januar 1971 wurden alle Amtsgeschäfte offiziell von Brauersdorf an den Markt Rothenkirchen übertragen.

Erster Zusammenschluss im Landkreis

Rothenkirchen und Brauersdorf haben somit als erste Gemeinden die Gebietsreform in der Region begonnen und schlossen sich als erste Gemeinden im Landkreis Kronach zusammen. Die heutigen Verantwortlichen im Markt Pressig und des Landkreises nahmen diesen 50. Jahrestag der Eingemeindung zum Anlass zu einer kleinen Gedenkfeier, verbunden mit einem Frühschoppen der Dorfgemeinschaft im Feuerwehrhaus Brauersdorf . Zweiter Bürgermeister und Mitinitiator der Feier, Wolfgang Förtsch, freute sich hierzu, auch Landrat Klaus Löffler , Bürgermeister Stefan Heinlein, Dritten Bürgermeister Klaus Dressel und Generalvikar Georg Kestel willkommen heißen zu können.

Wolfgang Förtsch ließ nochmals die Vergangenheit Anfang der 1970er Jahre Revue passieren. Dazu verlas er aus den minuziösen Aufzeichnungen des damaligen Brauersdorfer Bürgermeisters Anton Kestel. Im Mai 1970 ergab eine Abstimmung in einer Bürgerversammlung ein einstimmiges Ergebnis der Bürger vorn Brauersdorf zu einer Eingemeindung nach Ro-thenkirchen.

Das Bayerische Staatsministerium des Innern ordnete daraufhin die Eingemeindung in den Markt Rothenkirchen zum 1. Januar 1971 an. Der Marktgemeinderat Rothenkirchen ließ inzwischen nach Verhandlungen erkennen, dass man Brauersdorf aufnehmen werde und alle daraus resultierenden staatlichen Sonderzuschüsse für Brauersdorfer Belange einsetzen werde. Allgemein wurde dies als Vernunftehe angesehen, denn Brauersdorf war als finanzschwache Gemeinde auf Dauer nicht mehr überlebensfähig. Damit war Brauersdorf der Vorreiter für die von 1972 bis 1978 angeordnete kommunale Gebietsreform.

Aus 96 wurden 18

Die Gemeindegebietsreform von 1972 bis 1978 verringerte die Zahl der Kommunen im Landkreis Kronach von 96 auf 18. Die Gemeinde Brauersdorf dankte damals vor allem Landrat Edgar Emmert, den Mitarbeitern im Landratsamt und weiteren Behörden. Als Leistungen werden angeführt die Errichtung des Kriegerdenkmals 1952 und im Jahr 1959 der Ausbau der Gemeindestraße als Anbindung an die B 85 sowie im Jahr 1966 die Ortsverbindungsstraße nach Rothenkirchen.

Diese weitsichtige Entscheidung fand in der kleinen Feier hohe Anerkennung von Landrat Klaus Löffler und dem heutigen Bürgermeister des Marktes Pressig, Stefan Heinlein. Landrat Löffler lobte die damalige Entscheidung der Gemeinde Brauersdorf , als Vorreiter in einer viele Jahre umstrittenen Gebietsreform wegweisend voranzugehen. Diese Initiative war in diesem Stadium noch freiwillig, notwendige Schritte im Wege der Gebietsreform zu tun. Die damaligen Gemeinderäte und der Bürgermeister von Brauersdorf haben erkannt, dass man damals, wie auch heute, nur gemeinsam vieles für ein gutes gemeinsames Zusammenleben auf den Weg bringen kann. Er dankte Wolfgang Förtsch für dessen Engagement als Marktgemeinderat und für das Gemeinwesen innerhalb der Dorfgemeinschaft in mehreren Funktionen und dies alles ehrenamtlich. Förtsch sei ein Vorbild an Verlässlichkeit und Vertrauen, die wiederum für Stabilität einer funktionierenden Dorfgemeinschaft stehen. Insofern sah es der Landrat auch als gut an, und er sei gern gekommen, wenn man sich an solche schwierigen Entscheidungen der Vorfahren in Dankbarkeit erinnere, denn es lief mancherorts auch anders und nicht mit solcher Einigkeit wie in Brauersdorf und Rothenkirchen.

Ortsteile als Grundpfeiler der Gesellschaft

Bürgermeister Stefan Heinlein konnte sich diesen Worten nur anschließen. Voller Begeisterung teilte er von Herzen mit, „gemeinsam sind wir stark, wir passen gut zusammen“. Trotz aller Gebietsreform von damals seien die kleinen Gemeindeteile ein Anker für ehrenamtliches Engagement seiner Mitbürger und somit seien die Ortsteile mit ihren Vereinen und engagierten Mitbürgern ein wichtiger Grundpfeiler der Gesellschaft.

Beispiele seien die Pflege der gemeindlichen Grünflächen, die Pflege und Instandhaltung des schönen Kriegerdenkmals, aber auch die Pflege und die Unterstützung des zentralen Treffpunktes am Feuerwehrhaus. Und ein weiteres wunderbares Beispiel der starken Gemeinschaft ist für den Bürgermeister der vor zwei Jahren eröffnete Kinderspielplatz mit dem Pavillon als Begegnungsort für Jung und Alt. Er sei ein Paradebeispiel für die gute Zusammenarbeit der Ortsgemeinschaft und der öffentlichen Hand, lobte er.

Und noch ein Merkmal nannte Stefan Heinlein für die Bedeutung des kleinsten Gemeindeteils in der Kommune: Brauersdorf stellt den Zweiten und den Dritten Bürgermeister der 4000 Einwohner zählenden Marktgemeinde . Auch das sei, so der Bürgermeister , wohl Privileg und Anerkennung der vielseitigen ehrenamtlichen Aktivitäten seiner beiden Dorfbewohner Wolfgang Förtsch (Zweiter Bürgermeister , SPD ) und Klaus Dressel (Dritter Bürgermeister , CSU ).

Letzterer führte mit einer Präsentation durch die Brauersdorfer Geschichte.