Nach einem Prosecco to go für die Damen zum Weltfrauentag begann in Schneckenlohe die Gemeinderatssitzung. Auf der Agenda stand unter anderem eine Vereinsgründung. "Allianz B 303 +" nennt sich der Zusammenschluss, der zur besseren Umsetzung der Maßnahmen aus dem "Integrierten Ländlichen Entwicklungskonzept", kurz ILEK, dienen soll. Künftig wird er die aktuell zehn Mitgliedsgemeinden bei vielen unterschiedlichen Projekten unterstützen.

Über die Vorteile einer solchen Gründung klärte Bürgermeister Knut Morgenroth ( SPD ) auf: "Ein Verein bietet als Organisationsform den Vorteil, dass er Personal beschäftigen kann. Ein Umsetzungsmanager muss somit nicht von einer einzelnen Gemeinde angestellt werden, sondern kann über den Verein beschäftigt werden. Auch ist die Beschäftigung weiterer Personen für Einzelprojekte oder interkommunale Tätigkeiten denkbar. Der Verein ist als Organisationsform relativ flexibel und kann zeitnah gegründet werden. Die Bearbeitung der im ILEK genannten Maßnahmen und die interkommunale Zusammenarbeit werden damit zeitnah ermöglicht."

Morgenroths Fazit: "Diese Gemeinschaft wird erst durch Projekte lebendig." Vom Gremium wurde Morgenroth, gemeinsam mit den anderen Bürgermeistern, zur Vereinsgründung ermächtigt.

Im Zuge der Vereinsgründung stellte er auch gleich die Beschlussvorlage für einen Vitalitätscheck zur Abstimmung. Der wiederum sei eine Maßnahme, die quasi aus dem ILEK geboren worden sei und zu 75 Prozent gefördert werden könne. Morgenroth: "Der Vitalitätscheck mit Flächenmanagement ist die nachhaltige Grundlage für eine zukunftsorientierte Innenentwicklung. Innenentwicklungspotenziale wie Leerstände , Baulücken und Brachen werden dargestellt." Dazu gebe es statistische Prognosen zur Entwicklung der Bevölkerung und zum Wohnbaulandbedarf. "Außerdem werden Einrichtungen der Grundversorgung und zum Gemeinschaftsleben erhoben und verortet. Eigentümer von Grundstücken mit Innenentwicklungspotenzialen lassen sich leichter überzeugen, Bausubstanz zu revitalisieren und Baulücken zu nutzen."

Eine planerische Hilfe solle er sein und die Kosten hierfür bezifferte er auf rund 60 000 Euro. Abzüglich des Förderanteils verblieben für die ILEK-Gemeinden noch rund 15 000 Euro, die zu zahlen wären. Und die sollen dann gemäß einem Verteilerschlüssel nach Einwohnerzahl auf die Mitgliedsgemeinden aufgeteilt werden. Für Schneckenlohe würde das einen Betrag von rund 525 Euro bedeuten.

Baulücken kann aber die Gemeinde vielleicht jetzt schon schließen, denn entsprechende Bauanträge lagen dem Gremium vor. Zwei Anträge auf Wohnhäuser wurden durchgewunken. Eine Familie möchte sogar aus "dem schönen Rosenheim" hierher ziehen. Der Bürgermeister hatte nachgefragt, warum das der Fall sei. Antwort: "Weil es hier so schön ist." Gebaut wird außerdem auch im Baugebiet "Hohe Straße."

Gewerke für das Feuerwehrgerätehaus in Beikheim wurden ebenfalls vergeben. So gingen die Malerarbeiten an die Firma Heinricht Schmid aus Grub am Forst. Vergabesumme: rund 6000 Euro. Die Gestaltung der Außenanlagen übernimmt die S.T.K. Straßen- und Tiefbau GmbH aus Stadtsteinach. Die Vergabesumme betrug rund 78 000 Euro.

Die Sanierung des Regenwasserkanals Henneschberg in Schneckenlohe wird von der Firma Krumpholz aus Kronach durchgeführt. Gesamtkosten : rund 88 600 Euro. Im Anschluss befreite das Gremium einstimmig den VfR Schneckenlohe von der Abwassergebühr des Jahres 2020.