2017 spendete die Maximilian-von-Welsch-Realschule erstmals lagerfähige Lebensmittel an den Caritas-Sozialladen. Die Finanzierung erfolgt stets aus Mitteln der "Hobbyküche", welche die Schüler der RS 1 üblicherweise bei zahlreichen Veranstaltungen innerhalb und außerhalb der Schule erwirtschaften. Obwohl das Wahlfach der RS-1-Schülerfirma aufgrund der Corona-Pandemie seit einem Jahr brachliegt und somit auch keine Einnahmen erzielt werden konnten, war der Spartenleiterin Jutta Dietzel und ihren engagierten Jugendlichen die Fortführung der Spendenaktion ein großes Anliegen. Aus dem noch vorhandenen finanziellen Guthaben finanzierte man daher erneut Grundnahrungsmittel im Wert von rund 150 Euro, die von Jutta Dietzel sowie Realschulkonrektor Matthias Klinke - zugleich Vorsitzender der RS-1-Schülerfirma - auch direkt zum "Lädla" transportiert wurden.

"Solche lagerfähigen Produkte sind bei uns besonders gefragt", bestätigte "Lädla"-Leiterin Silvia Tübel, dass man diese aufgrund ihrer langen Haltbarkeit nur selten von Supermärkten erhalte. Im Sozialladen können anspruchsberechtige Personen mit gültigem Berechtigungsausweis bei geringem Einkommen die Waren für etwa zehn bis 20 Prozent des regulären Verkaufspreises erwerben. Daher ist der Wert der Spende für die Kunden auch um ein Vielfaches höher.

Anspruchsberechtigt sind beispielsweise Empfänger von ALG II, von Grundsicherung im Alter , mit geringem Erwerbseinkommen oder geringer Rente. Die Ausgabe und Verlängerung der Berechtigungsscheine erfolgt nach Prüfung der Einkommensverhältnisse durch die Soziale Beratungsstelle des Caritasverbandes in Kronach . Wichtig ist bei alledem der allumfassende Aspekt im Sinne einer ganzheitlichen Beratung.

Das Angebot umfasst Grundnahrungsmittel sowie, je nach Spendeneingängen, auch sonstige Waren des täglichen Bedarfs. Das meiste stammt aus den Beständen unterschiedlicher Verbrauchermärkte oder Einzelhandelsgeschäfte. Sie werden zum Beispiel dem "Lädla" zur Verfügung gestellt, wenn das Mindesthaltbarkeitsdatum knapp überschritten oder erreicht ist. Dadurch können die Preise sehr niedrig gehalten werden. "Unser höchstes Gut sind unsere Mitarbeiter und Helfer", betont Silvia Tübel. Der Ladenbetrieb, die Lebensmittel-Abholung, das Aussortieren der Waren sowie der Verkauf im "Lädla" und auf den Verkaufstouren könne nur durch deren Unterstützung aufrechterhalten werden. "Wir hatten coronabedingt noch keinen einzigen Schließtag und auch am Karsamstag half ein Heer von Freiwilligen mit, damit unsere Kunden vor Ostern einkaufen konnten", würdigt die Leiterin , die sich auch über aktuell zwei Bufdis - zwei junge Leute, die an ihrer Einrichtung ihren Bundesfreiwilligendienst leisten - freut.

Bei der RS-1-Schülerfirma handelt es sich um eine Initiative zur Förderung der unterrichtsbegleitenden Bildung und Erziehung an der Schule, die der Berufsvorbereitung, Persönlichkeitsbildung und zusätzlichen Wertevermittlung dient. Eine aktive Abteilung ist die "Hobbyküche". Deren Einnahmen werden zum Teil in die Schulküche selber investiert, zum Beispiel für die Anschaffung neuer Töpfe, Besteck- und Geschirrteile, Bistrotische oder Sonnenschirme. "Uns ist es aber auch sehr wichtig, dass die Mitglieder soziale Fähigkeiten erwerben", betont Matthias Klinke. Daher lasse man einen Teil der Einnahmen einem gemeinnützigen Zweck zufließen. hs