Zu hastig gegessen oder getrunken und dabei noch geredet - schon ist er da, der lästige Schluckauf. Zum Glück ist er meist harmlos und verschwindet so schnell, wie er gekommen ist. Ausgelöst wird ein Schluckauf durch plötzliches Verkrampfen des Zwerchfells, das zwischen Bauch- und Brusthöhle liegt. Dabei aktiviert der Zwerchfellnerv die Zwerchfellmuskeln, und in der Folge schließt sich beim Schluckauf reflexartig die Stimmritze zwischen den Stimmbändern. Die Luft in der Lunge kann nicht vollständig ausgeatmet werden, zeitgleich stößt die von außen einströmende Atemluft gegen die geschlossenen Stimmbänder. Es kommt zum Hicksen.

Meist bleibt die Ursache von vorübergehendem Schluckauf ungeklärt. "Als Auslöser werden alltägliche Dinge oder Situationen vermutet - zum Beispiel, wenn zu schnell gegessen oder getrunken wird, kohlensäurehaltige Getränke konsumiert werden oder wenn Speisen und Getränke sehr heiß oder sehr kalt sind", sagt Stephan Preisz von der AOK-Direktion Coburg. Auch psychische Einflüsse wie Stress, Aufregung und Erschrecken kom-men als Auslöser infrage.

Einfache Tipps, die helfen

Gegen akuten Schluckauf gibt es jede Menge Hausmittel: So kann man beispielsweise ein Glas Wasser trinken oder mit Wasser gurgeln, Niesen provozieren, die Knie eng zur Brust ziehen oder die Luft anhalten. Beliebt ist auch, sich heftig erschrecken zu lassen. "Der Hintergedanke dabei ist einfach: Die Konzentration auf etwas anderes lenken und Zeit gewinnen, bis die Beruhigung von selbst eintritt", empfiehlt Stephan Preisz. Die anderen Methoden üben einen neuen Reiz zum Beispiel an der Rachenhinterwand aus und greifen so günstig in die Regulation der Nerven ein.

Chronisch sehr selten

In aller Regel verschwindet das lästige Hicksen dann schnell wieder. "Hält der Schluckauf über viele Stunden oder gar Tage an, sollte die Ursache ärztlich abgeklärt werden", rät Stephan Preisz. Ein Schluckauf wird jedoch nur in sehr seltenen Fällen chronisch. Auslöser für einen länger andauernden Singultus, so der medizinische Fachbegriff, können zum Beispiel zu viel Alkohol, ein Medikament , Magen-/Darm- oder Stoffwechselerkrankungen sein, aber auch eine vorausgegangene Operation oder eine Störung im zentralen Nervensystem . Dann gibt es aber meist auch weitere Symptome und zusätzliche Beschwerden wie Müdigkeit, Gewichtsverlust oder Schwellungen im Halsbereich. red