Die Wegkapellen – meist in schlichter Ausführung – sind im Frankenwald noch in großer Zahl vorhanden. Diese Bauwerke – größtenteils aus Holz, Sandstein und Schiefer erbaut – prägen die herbe Frankenwaldlandschaft. Beim Studieren heimatkundlicher Literatur kann man immer wieder auf nachdenkliche Begebenheiten stoßen, die durchaus an die derzeitige Problematik mit der Corona-Pandemie erinnern.

Der ehemalige Kreisheimatpfleger Roland Graf aus Dörfles hat in einem Jahrbuch des Arbeitskreises für Heimatpflege in mühevoller Kleinarbeit diese Flurdenkmäler erfasst und beschrieben. In ihnen, so schreibt Graf, manifestiert sich der Glaube an die überirdische Macht, an Gott und an die Heiligen als Zufluchtsstätte bedrängter und hilfesuchender Menschen.

Abseits des pulsierenden Verkehrs führt ein ruhiges Seitental von Knellendorf aus zu den Höfen von Kathragrub . Etwa auf halbem Weg erreicht man eine Kapelle, die zu einem stillen Gebet einlädt. Und an dem Sandsteinquaderbau aus dem 19. Jahrhundert hat so mancher Sturm seine Spuren hinterlassen.

Dazu die Entstehungsgeschichte: In der Mitte des 19. Jahrhunderts wüteten im Frankenwald die „ Blattern “ ( Pocken ) und hatten schon manchen Menschen dahingerafft. Um sich vor dieser äußerst ansteckenden Krankheit zu schützen, begab sich der Sohn eines reichen und angesehenen Bauern aus Kathragrub nach Kronach und ließ sich impfen.

Nach der Impfung belehrte man ihn, wie er sich zu verhalten hätte. Ausdrücklich hatte man ihn für einige Tage vor dem Genuss von Alkohol gewarnt, damit sich keine Komplikationen einstellen würden.

Der kräftige Bursche nahm diese Warnung jedoch nicht so genau. Er „kehrte“ in ein Wirtshaus ein, aß und trank und machte sich dann auf den Heimweg. Wo heute die Kapelle mahnt, verließen ihn die Kräfte. Er verstarb keine fünfhundert Meter von seinem Bauernhof entfernt.