Der Ölschnitzsee, ein idyllisches Kleinod, harmonisch in die Landschaft eingepasst, nachhaltig und überwiegend naturbelassen. So jedenfalls sehen ihn Landschaftsplaner und auch die Mitglieder des Kreisausschusses gerieten bei ihrer Sitzung im Landratsamt ins Schwärmen . Sie dürfen übrigens bald die Badehose einpacken und dann geht es auch schon auf zum Ölschnitzsee, „um die Attraktionen zu testen“, wie Landrat Klaus Löffler ( CSU ) sich ausdrückte.

Rundumschlag

Mehr als nur einen kurzen Blick hatte vor allem Landschaftsarchitektin Gisela Fanck-Reiter darauf geworfen. Und der muss anfangs ziemlich trüb gewesen sein, denn sie präsentierte ein Bild aus dem Internet, das den See wohl von seiner schlechtesten Seite zeigte, nämlich trüb und zugewachsen. Spätestens da sei ihr klar geworden, dass man dringend handeln müsse. Was dann geschah, könnte man wohl einen Rundumschlag nennen, denn die Maßnahmen, die ergriffen wurden, waren zahlreich. Dabei habe aber der Fokus immer auf Nachhaltigkeit und vor allem auf Barrierefreiheit gelegen, betonte sie. „Zum Beispiel wurden die Böschungen nicht humusiert, sondern es wächst genau das, was da auch hingehört. Der Zugang hat durchgängig nicht mehr als 3,5 Prozent Steigung, ist also auch für Rollstuhlfahrer geeignet. Dazu waren allerdings viel Erdarbeiten nötig, um Wege abzusenken.“ Ein paar Mal spricht die Landschaftsplanerin von einer „Mondlandschaft“, die aber nur eine Momentaufnahme sei und schon in Kürze Form annehme. Bald schon sollen unter anderem mehr als 30 Großbäume Schatten spenden und mit anderen Pflanzen für genügend Grün rund um den See sorgen.

Idyllisch klang es auf jeden Fall, als sie von einem „kleinen Bachdelta“, einer Natursteinmauer und einem sanften Zugang zum See durch Granitkies sprach.

Zusammen mit den maßgefertigten Spielgeräten aus Holz soll der See noch mehr zum Anziehungspunkt in der Region werden, auch für Touristen. Der Landrat plädierte in diesem Zusammenhang vor allem für die Vernetzung touristischer Attraktionen im Landkreis, wie beispielsweise zum Freibad in Ludwigsstadt oder auch zum Grünen Band. O-Ton Landrat: „Hier wird uns etwas Großes gelingen.“ Er sah die Vernetzung nicht nur als nötig an, sondern sie liefere vor allem Benefit und Synergieeffekte. „Dieser Landkreis hat so viele Stärken, die müssen wir miteinander verbinden.“

Und er machte Hoffnung, dass es spätestens im September dieses Jahres möglich sei, im See zu baden. Umziehen könnten sich die Besucher dann in schneckenförmigen Umkleidekabinen, die auch etwas Licht durchlassen und sich gut in die Landschaft integrieren, so die Planerin. Sie nannte in diesem Zusammenhang auch die „soliden Sitzmodule“, die gemütlicher aussehen als sie klingen und die dafür sorgen sollen, dass sich Badegäste dort unter anderem zum Essen niederlassen können.

Ein Highlight dürfte wohl der Strand werden, an dem Findlinge zum Hinsetzen einladen. Wer lieber in der Hängematte chille, hätte auch dazu die Möglichkeit, versprach Gisela Fanck-Reiter. Für gesundheitsbewusste Besucher könnte auch das Kneipp-Becken ein Anreiz sein.

Radwege verlegt

Blieb am Ende die Frage, wie man ihn erreicht, den Ölschnitzsee. Dazu habe man Radwege verlegt. Ein endgültiger Radwegeschluss soll dann laut Landrat im Jahr 2022 vorgenommen werden. „Dann gibt es einen Lückenschluss vom Rennsteig bis zum Mainradweg.“ Und auch das neue Mobilitätskonzept werde man natürlich diesbezüglich anpassen. Letzteres basierte auf einer Frage von Edith Memmel (Grüne), die genau danach gefragt hatte. Das Radwegenetz hatte Bernd Liebhardt ( CSU ) angesprochen, der meinte, das alles diene dazu, den Landkreis zu bereichern, auch für Urlauber.

Markus Oesterlein (JU) warf einen Blick auf die Inklusion und meinte: „Im Landkreis gibt es nichts Vergleichbares. Und auch Nachhaltigkeit ist eine erfreuliche Geschichte. Außerdem waren die Wohnmobilstellplätze eine goldrichtige Entscheidung.“

Für Gerhard Wunder ( CSU ) waren unter anderem die Parkplätze der Anlass, um die Planungen zu loben. Fahrrad oder Bus sei ja gut und schön, aber wenn man sich vorstelle, dass eine Familie mit drei kleinen Kindern, bepackt mit Luftmatratzen, Sonnenschirmen und Verpflegung einen Bus besteigen soll, dann wäre das nur schwer möglich. Für ihn zähle darüber hinaus die nötige Infrastruktur zum Gesamtpaket.

Als rundum gut gelungen bezeichnete SPDler Timo Ehrhardt das Projekt Ölschnitzsee. Er freute sich über den Sicherheitsaspekt, auf den man bei den Planungen unter anderem den Fokus gelegt habe. Dass der Spielplatz im Winter nutzbar sei, trage zur Attraktivität bei.

Einen Sachstandsbericht gab es auch zu den Maßnahmen bei den Kreisstraßen im Landkreis. So soll die Ortsdurchfahrt von Burkersdorf bis Ende 2021 fertiggestellt sein. Das treffe auch auf den Ausbau der Ortsdurchfahrt Eila zu. Und vorwärts ginge es bei den Brücken über die Rodach und den Mühlgraben. Hier sei eine Fertigstellung bis Ende 2022 geplant.

Kreisstraßen

Planungsaufträge wurden für folgende Kreisstraßen vergeben: KC 16 (Ortsende Steinwiesen bis zum Ortsanfang Nurn), KC 31 (Ortsende Wallenfels bis Landkreisgrenze), Neubau eines Geh- und Radweges entlang der KC 18 (Ölschnitzsee bis zur Staatstraße 2209), Ausbau Kreisstraße KC 1 (Ortsende Ebersdorf bis zur Spitzkehre), Ausbau Kreisstraße KC 24 (Ortsdurchfahrt Reichenbach), Ausbau KC 7 (Ortsdurchfahrt Tschirn) und Ausbau KC 16 (Ortsende Nurn bis Waldanfang Hubertushöhe).

Eingangs hatte sich Landrat positiv sowohl über den aktuellen Inzidenzwert (6,0) als auch über die Impfquote im Kronacher Landkreis geäußert. Hier liege man vor den Zahlen des Freistaates und des Bundes.