Ob man in Seelach künftig würfelt, um zu ermitteln, wer als nächstes tanzen darf, ist wohl kein so ernst gemeinter Vorschlag im Kronacher Stadtrat . Ernst aber war es den Vereinsvertretern, die zum Punkt „Teilsanierung der ehemaligen Schule in Seelach“ so einiges zu sagen hatten. Wie Stefan Fößel zum Beispiel, der Vorsitzende der Seelacher Feuerwehr . Er fühlte sich allein gelassen, weil es in Seelach nach dem Umbau des ehemaligen Jugendheims in ein Wohnhaus keinen Saal mehr gebe, in dem man Veranstaltungen abhalten könne. Das sei in der alten Schule zwar möglich, aber der Saal hier sei auf einem „sehr niedrigen Niveau“, wie er sich ausdrückte. Er bedürfe dringend einer Sanierung . Fößel sah es auch als eher problematisch an, dass Mieter im oberen Stockwerk sich vielleicht durch Veranstaltungen, die bis in die tiefe Nacht gingen, belästigt fühlen könnten. Ginge es nach ihm, sollte künftig auf die Vermietung lieber verzichtet werden.

Allerdings machte Angela Hofmann klar, dass es auf jeden Fall eine Wohnung im oberen Stockwerk geben wird. Wie die genutzt werde, ob privat oder gewerblich, stehe noch nicht fest. „Aber wir haben viele Anfragen von Bürgern, die auf der Suche nach einer Wohnung sind.“ Auf jeden Fall will man das Gebäude für rund 135 500 Euro in Absprache mit den Mietern sanieren. Das Geld soll zum Teil in eine Pelletheizung fließen.

Als weitere „Problemzonen“ wurden Lärm- und Brandschutz sowie ein geeigneter Fluchtweg definiert. Eine leidenschaftliche Stellungnahme dazu gab es von Hanni Schenk, die die Frauengruppe betreut. Sie brachte den Platzmangel auf den Punkt. Deshalb auch die Frage, ob man künftig würfeln soll, wer als nächstes tanzen darf. Hier seien Jung und Alt in der gleichen Lage. „Aber wir halten als Dorfgemeinschaft zusammen.“ Die Stadträte zeigten durchwegs Verständnis für die Seelacher, wollten eventuell Kompromisse schließen und sahen die Stadt in der Schuld.