Die Kronacher Wirtschaft konnte von der anziehenden Konjunktur über die Sommermonate profitieren, dennoch ergibt sich in der jüngsten Umfrage der IHK für Oberfranken in Bayreuth ein zweigeteiltes Bild. Zwar berichten viele und im Vergleich zur Frühjahrsumfrage deutlich mehr Unternehmen von einer guten Geschäftslage, die Prognosen an die kommenden zwölf Monate sind jedoch von Pessimismus durchzogen, wie aus einer Pressemitteilung der Industrie- und Handelskammer hervorgeht.

„Aktuell vermelden uns viele Betriebe positive Signale, der Blick in die Zukunft ist jedoch durch viele Unsicherheiten getrübt. Probleme beim Nachschub wichtiger Zulieferprodukte, steigende Energiepreise und ein in manchen Branchen eklatanter Fachkräftemangel drücken ordentlich auf die Stimmung“, so IHK-Vizepräsident Hans Rebhan , der auch Vorsitzender des IHK-Gremiums Kronach ist.

Der Konjunkturklimaindex für die Region Kronach legt aufgrund der besseren Lagebeurteilung um 16 Zähler zu und liegt jetzt bei 124 Punkten.

Die Beurteilung der aktuellen Geschäftslage fällt bei vielen befragten Unternehmen aus Stadt und Landkreis Kronach positiv aus. 70 Prozent geben an, derzeit in einer guten wirtschaftlichen Situation zu sein. Demgegenüber geben nur 13 Prozent eine schlechte Lage an, und die weiteren 17 Prozent beurteilen ihre betriebliche Lage als befriedigend.

Wie nachhaltig der Aufschwung über die Sommermonate war, zeigen auch die weiteren Indikatoren. So konnten im Saldo Umsatzzuwächse im Inland und auf den internationalen Märkten erzielt werden, auch die Kapazitätsauslastung stieg wieder an, so dass mittlerweile über 80 Prozent der Befragten von einer vollen oder befriedigenden Auslastung berichten. „Dies ist ein außerordentlich erfreuliches Ergebnis, das in dieser Form auch zu Hochkonjunkturphasen selten erreicht wird“, so Rebhan. Allerdings werde die Freude durch die Erwartungen der Unternehmen für die kommenden Monate getrübt.

Die Aussichten auf die kommenden zwölf Monate sind in Stadt und Landkreis Kronach von Licht und Schatten durchzogen. Herausforderungen – je nach Branche unterschiedlich stark ausgeprägt – drücken auf die Stimmung. 23 Prozent der befragten Firmen rechnen für die kommenden Monate mit einer besseren Geschäftslage, 26 Prozent gehen von einer schlechteren Geschäftslage aus. Der Saldo verharrt damit leicht im negativen Bereich und die insgesamt pessimistische Einschätzung wird auch durch die erwartete Umsatzentwicklung bestätigt. Sowohl für die Umsätze im In- als auch im Ausland rechnen mehr Unternehmen mit Rückgängen als mit Zuwächsen. „Branchenunabhängig stehen die Unternehmen vor einem Geflecht aus Herausforderungen. Gerissene Lieferketten, Fachkräftemangel , steigende Energiepreise und die schwächelnde Nachfrage der Verbraucher – eine positive Prognose ist unter diesen Umständen für die gesamte Wirtschaft nur schwer erreichbar“, erläutert der Gremiumsvorsitzende.

Unter diesen Voraussetzungen wollen die befragten Unternehmerinnen und Unternehmer im Saldo auch ihre Investitionsplanungen etwas drosseln. Insgesamt planen mehr Betriebe mit sinkenden Investitionsvolumina als mit steigenden; die Mehrheit will allerdings ihr Investitionsniveau halten. „In der derzeitigen Situation verwundert es nicht, wenn einzelne Unternehmen erst einmal abwarten, bevor weitere Investitionen angestoßen werden. Wirtschaft braucht Planbarkeit und Verlässlichkeit, dann wird auch investiert“, sagt Rebhan. Der Arbeitsmarkt soll laut IHK-Konjunkturumfrage hingegen stabil und der Beschäftigtenstand über den Winter konstant bleiben. red