Die Folgen der Corona-Pandemie für die regionale Wirtschaft standen im Mittelpunkt der jüngsten Sitzung des IHK-Gremiums Kronach . Der IHK-Vizepräsident und Vorsitzende des IHK-Gremiums Kronach , Hans Rebhan , bekräftigte erneut die Notwendigkeit einer klaren Perspektive für die Unternehmen. "Die Wirtschaft muss wissen, wann und wie geöffnet werden kann", so Rebhan.

MdB Hans Michelbach , der als Gast an der virtuellen Sitzung teilnahm, forderte mehr steuerliche Vergünstigungen für die Unternehmen. Michelbach berichtete über neue Möglichkeiten, Unternehmen zu entlasten. So wurde konkret der Verlustrücktrag von 5 auf 10 Millionen Euro erhöht, bei verbundenen Unternehmen von 10 auf 20 Millionen Euro. Der Abgeordnete erläuterte, dass die Wirtschaft jetzt dringend angekurbelt werden müsse, z.B. über steuerliche Vergünstigungen. "Wir sollten alles versuchen, die Betriebe über die Steuer zu fördern, dies ist die schnellste Liquiditätsverbesserung", so Michelbach. Liquidität sei für die Unternehmen jetzt entscheidend. Zudem werde eine klare Öffnungsperspektive für die Unternehmen gefordert, die an einen Stufenplan, die jeweiligen Inzidenzwerte, Tests und Impfquote gekoppelt seien.

Wirtschaft ist "zweigeteilt"

Auf die nach wie vor angespannte Lage in der oberfränkischen Wirtschaft verwies Hans Rebhan , der die Ergebnisse einer Blitzumfrage der IHK für Oberfranken unter ihren Mitgliedsunternehmen vorstellte. "Die staatlichen Maßnahmen zur Pandemiebekämpfung hinterlassen in Oberfranken eine zweigeteilte Wirtschaft", so Rebhan. Während rund drei Viertel der befragten Betriebe von einer geringen bis mittelschweren Betroffenheit berichten, vermelde rund ein Viertel der Unternehmen eine große Betroffenheit. Rebhan: "Insgesamt erwartet die Wirtschaft ein schwieriges Jahr." Umso wichtiger sei es, dass die staatlichen Unterstützungshilfen schnell bei den Unternehmen ankommen.

Über den aktuellen Stand der Corona-Maßnahmen in der oberfränkischen Wirtschaft berichtete Thomas Zapf, Krisenmanager der IHK für Oberfranken . Nach anfänglichen Startschwierigkeiten bedingt durch Softwareprobleme des vom Bund beauftragten Dienstleisters laufe die Auszahlung der verschiedenen Unterstützungshilfen mittlerweile überwiegend zügig. "Auch hier gibt es sicherlich Ausnahmen, aber im Wesentlichen kommen die finanziellen Mittel inzwischen bei den betroffenen Unternehmen an", so Zapf.

Gute Zahlen für den Campus

Hans Rebhan berichtete zudem von den Entwicklungen des Lucas-Cranach-Campus, wo aktuell 140 Studierende im Teilzeitstudiengang "Zukunftsdesign" immatrikuliert sind. Am 15. März starte zudem der Studiengang "Autonomes Fahren" mit 17 Studierenden. Angesichts des sehr spezifischen, technologiebasierten Masterstudiengangs sei dies als großer Erfolg zu werten, so der Gremiumsvorsitzende. red