„Wenn’s dem Wald nicht gut geht, geht’s dem Förster auch nicht gut“, erklärte Revierleiter Martin Körlin, als er bei der Gemeinderatssitzung am Mittwochabend die Ergebnisse des Wirtschaftsjahres 2020 sowie den Waldwirtschaftsplan 2021 vorstellte. Im vergangenen Jahr musste man 390 Festmeter Käferholz einschlagen, was einmal mehr den regulären Hiebsatz überstieg. Den Ausgaben von 7100 Euro stehen Einnahmen von 12 400 Euro gegenüber. Dabei handelte es sich zum Teil aber noch um Holzverkäufe aus dem Jahr 2019, die buchhalterisch erst 2020 erfasst wurden.

„Die tatsächliche Situation ist ganz anders. Grundsätzlich ist der Holzerlös negativ. Sprich: Der Holzeinschlag kommt teuerer als der Holzverkauf“, verdeutlichte Körlin. Viele Waldbesitzer hätten daher ihr Holz im Frühjahr und Sommer stehenlassen. Nachdem die Förster beim bayerischen Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten diese Entwicklung angeprangert hätten, habe dieses ein Sonderprogramm für den Frankenwald aufgelegt, wonach Waldbesitzer 30 Euro pro Festmeter für die Käferbekämpfung erhielten. Im Juli sei die Maschinerie angelaufen. „Wir haben Kahlflächen von mehreren Hundert Hektar. Das macht uns als Förster keine Freude mehr“, bekundete Körlin. Für heuer erwarte er kaum Besserung.

Keine Prognose möglich

Das Ergebnis des neuen Betriebsjahres könne er kaum voraussagen, da dies von nicht planbaren Faktoren wie dem Wetter und Käferbefall abhängig sei. Nachdem der Holzmarkt in den letzten Jahren am Boden gelegen habe, habe sich dies in den letzten acht Wochen um 180 Grad gedreht. Grund hierfür sei der Auslandsmarkt, da die USA und China derzeit ohne Ende Holz orderten und den dreifachen Preis zahlten: nämlich zwischen 650 und 700 Euro statt wie in Deutschland 240 Euro pro Festmeter Schnittholz. Wer nunmehr bei uns in einen Baumarkt geht und zum Beispiel eine Spanplatte oder einen Dachstuhl für den Hausbau benötigt, habe schlechte Karten.

Für 2020 waren bereits Pflanzen bestellt. Die Unternehmer konnten aber keine Arbeiter zur Verfügung stellen, da die Kräfte aus dem Ausland aufgrund der Quarantäne-Auflagen nicht einreisten. Auch passende Pflanzen seien nicht lieferbar gewesen „Neue Pflanzen sind bestellt. Wir hoffen, dass es für den Herbst klappt“, sagte der Revierleiter.

Wie Körlin auf Rückfrage von Markus Löffler ( CSU ) erklärte, pflanze man klimatolerante Baumarten. Vor 20 Jahren habe der Laubholz-Anteil sechs Prozent betragen, nun stehe man bei 24 Prozent, was weiter ausgebaut werde. Man setze dabei auf viele Baumarten, um das Risiko zu streuen. Der Jahresnachweis 2020 und der Waldwirtschaftsplan 2021 wurden einstimmig genehmigt.

Lebensqualität für Generationen ist gefragt

Durchweg Positives konnten Antje Angles und Roland Beierwaltes vom BRK-Kreisverband Kronach vermelden. Die Generationenmanagerin informierte über Aktuelles beim Betreuungsnetzwerk „Lebensqualität für Generationen“ (LQG), während der Kreisgeschäftsführer das Modellprojekt „Gemeindeschwestern oberer Frankenwald“ vorstellte.

Das im Mai 2012 mit sechs Unternehmen (Steinbach/Wald war Mitbegründer) gestartete Projekt LQG zählt aktuell 26 Kooperationspartner. Circa 11 500 Mitarbeiter werden beraten, wenn Hilfe bei Betreuung und Pflege von Familienangehörigen benötigt wird. Vor Corona war man oft zu innerbetrieblichen Veranstaltungen eingeladen. Auch überregional erzielt das bundesweit bekannte und prämierte Netzwerk große Aufmerksamkeit.

„LQG wird auch in der Corona-Zeit oft angefragt“, erklärte Angles. Dabei gehe es oft um Kinderbetreuung, wenn die Eltern im Homeoffice arbeiten, oder um die Pflege von Angehörigen zu Hause, da ja die Tagespflegen geschlossen seien. Auch hinsichtlich der Notbetreuung und unterschiedlichen Quarantäne-Bestimmungen wurde man gerade von Pendlern oft angefragt. Für 2021 plant man eine LQG-App, die Unterstützung des neuen „Arbeitskreises Generationen“ der Gemeinde Steinbach und einen Expertenworkshop.

Sommerferienprogramm geplant

Genauso lange wie LQG gibt es das Mehrgenerationenhaus Buchbach, wobei insbesondere das Ferienprogramm stark angenommen wird. Im Zeitraum 2017 bis 2020 nahmen daran 1305 Kinder teil, wobei jeweils mindestens drei Betreuerinnen im Einsatz waren. Dabei ergaben sich 568 Betreuungs- und 1704 Mitarbeiterstunden. Von 2017 bis 2020 stieg die Anzahl der Angebote von 203 auf 299; 2020 lag man bei 63. Geplant ist für heuer ein Programm in den Sommerferien und der Wiederbeginn der MGH-Angebote. Zwischen 2017 und 2020 bereicherten die Strickdamen an die 100 Willkommenspakete mit ihren Handarbeiten.

Bürgermeister Thomas Löffler ( CSU ) dankte für das Engagement, mit dem das Team einen Treffpunkt für alle Generationen geschaffen habe. Das Projekt LQG strahle weit über die Gemeinde hinaus und sei für Steinbach beste Werbung.

Roland Beierwaltes stellte das vom bayerischen Gesundheits- und Pflegeministerium geförderte und vom BRK-Kreisverband Kronach getragene innovative Konzept „Gemeindeschwestern oberer Frankenwald“ vor. Den Wunsch wohl aller älteren Menschen , möglichst lange in den eigenen vier Wänden leben zu können, versuche das BRK durch verschiedene ineinandergreifende Bausteine eines umfassenden Leistungsnetzwerks umzusetzen. Mit der Anlaufstelle für Senioren und deren Angehörige für Beratung und Koordination komme ein weiteres wichtiges Modul zur Schaffung passgenauer individueller Lösungsansätze hinzu. Für das vielschichtige Hilfs- und Unterstützungsangebot fungierten zwei Gemeindeschwestern als Ansprechpartnerinnen und Helferinnen.

Die Vermittlungsleistungen umfassten Bereiche wie Pflege, medizinische Versorgung , Alltagshilfen, Beratung, hauswirtschaftliche Dienste, Schulungen und soziale Teilhabe. Das bayerische Gesundheits- und Pflegeministerium unterstütze das BRK-Modellprojekt bis Ende 2022, inklusive der wissenschaftlichen Begleitung durch die Wilhelm-Löhe-Hochschule Fürth. Diese werde in der nächsten Woche Fragebögen für Menschen ab 65 Jahren im Einsatzgebiet Steinbach/Wald, Tettau und Ludwigsstadt verschicken und die Rücksendungen anonymisiert auswerten. Offizieller Projektstart sei der 1. Juli. Der Sitz der Anlaufstelle sei im MGH Buchbach. Die Erstberatung sei frei. Die Leistungen würden durch die Pflegekasse abgedeckt. Eventuell verbleibe eine Eigenbeteiligung, die man nach einem Stundenpreis abrechne.

Mitarbeitergewinnung nicht leicht

Josef Herrmann (FW) erkundigte sich in diesem Zusammenhang, wie schwer für das BRK die Mitarbeitergewinnung sei. Hierfür habe man, wie Beierwaltes erklärte, eine Reihe an Wertschätzungsmaßnahmen auf den Weg gebracht. Hinzu komme ein Qualifizierungsangebot für Helfer, da diese leichter als Fachkräfte zu bekommen seien. „Aber es wird knapper“, verhehlte er nicht.

Bürgermeister Thomas Löffler zeigte sich beeindruckt von der Innovationsfreudigkeit des BRK-Kreisverbandes.