Im Februar ist die Arbeitslosigkeit noch geringfügig gestiegen, doch im März hat die Frühjahrsbelebung am Arbeitsmarkt dynamisch eingesetzt, ganz besonders im Landkreis Kronach . Die Zahl der Arbeitslosen sank zum Auftakt in den Frühling im Landkreis Kronach um 196 Personen oder 11,5 Prozent. Das ist der stärkste Rückgang unter allen Kreisen und Städten im Agenturbezirk Bamberg-Coburg. Die Arbeitslosenquote reduzierte sich seit Februar um 0,5 Prozentpunkte auf 3,9 Prozent. Vor einem Jahr zählte sie 3,5 Prozent.

Der statistische Zähltag im Vorjahr war der 12. März 2020. Zu diesem Zeitpunkt stand Deutschland noch am Beginn der Corona-Pandemie . Erst im April zeigten sich deutliche Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die Eckwerte der Arbeitsmarktstatistik . Die Entwicklung im Vergleich zum Vorjahresmonat stellt somit einen Vergleich mit einem Arbeitsmarkt dar, der noch kaum durch die Auswirkungen der Corona-Pandemie belastet war.

Ende März waren im Kreis Kronach 1515 Menschen arbeitslos gemeldet, 11,7 Prozent (+159 Personen) mehr als vor einem Jahr. Es verloren 45,6 Prozent bzw. 88 Menschen weniger ihre Beschäftigung als im letzten Jahr. Zeitgleich fanden 13 Personen weniger (-4,9 Prozent) einen neuen Arbeitsplatz.

Aus dem Landkreis Kronach wurden im März 108 Jobangebote dem Arbeitgeberservice gemeldet. Das sind 20,6 Prozent weniger (-28) als im Vorjahr. Das Gros des Minus entfiel auf den Bereich der Zeitarbeit, von der 19 Stellen weniger als im Vorjahr gemeldet wurden. Aktuell sind im Bestand 604 sozialversicherungspflichtige Stellen, nur 20 Stellen weniger als vor zwölf Monaten.

Im gesamten Zuständigkeitsbereich der Agentur Bamberg-Coburg fiel der Rückgang um über ein Drittel (+35,9 Prozent) kräftiger aus als letztes Jahr, obwohl damals die Corona-Krise statistisch noch nicht zu Buche schlug und der März im Zeichen eines normalen Frühjahrsaufschwungs stand. Die Landkreise Kronach (-11,5 Prozent), Bamberg (-8,4 Prozent) Forchheim (-7,3 Prozent), Lichtenfels (-7,2 Prozent) und Coburg (-4,4 Prozent) verzeichneten den kräftigsten Rückgang der Arbeitslosigkeit . Aber auch in den beiden kreisfreien Städten Bamberg (-2,7 Prozent) und Coburg (-2,0 Prozent) nahm sie im März ab.

Die Zahl der Arbeitslosen liegt im Agenturbezirk Bamberg-Coburg aktuell mit 13 424 Frauen und Männern um 22,0 Prozent bzw. 2418 Personen über dem Vorjahresniveau. Die Arbeitslosenquote sank im März um 0,3 Prozentpunkte auf 3,8 Prozent. Vor einem Jahr, zu Beginn der Krise betrug sie 3,1 Prozent.

Entlassungsrisiko sogar gesunken

Seit vier Monaten liegt die Zahl der Kündigungen unter dem Vorjahreswert. Das Entlassungsrisiko ist damit sogar geringer als vor der Krise, ein Beleg dafür, dass durch die Kurzarbeit viele Arbeitsplätze erhalten bleiben. Die Beschäftigungschancen haben beinahe wieder das Vorkrisenniveau erreicht. Jedoch gibt es hier je nach Branche große Unterschiede.

Brigitte Glos, die Leiterin der Agentur für Arbeit Bamberg-Coburg, schätzt die aktuelle Situation am Arbeitsmarkt folgendermaßen ein:

"Obwohl die Osterfeiertage, die oftmals für Wiedereinstellungen noch abgewartet werden, in diesem Jahr relativ früh liegen, haben viele Betriebe ihre über den Winter freigestellten Mitarbeiter bereits wiedereingestellt. Überwiegend Männer profitieren vom saisonalen Aufschwung nach der Winterpause, da sie den Großteil der in witterungsabhängigen Berufen Beschäftigten ausmachen. Bei den Frauen sank zum sonst üblichen Start in die Tourismussaison die Arbeitslosigkeit um einiges verhaltener.

Gut ein Jahr nach Beginn der Corona-Krise hat sich die Nachfrage an Arbeitskräften wieder erholt. Weniger Entlassungen und fast so viele Neueinstellungen wie vor der Krise sind ein Indiz dafür. Obwohl der zweite Lockdown mittlerweile fünf Monate andauert, gibt es viel Bewegung am Arbeitsmarkt . Bumerang-Effekte bei vermehrten Befristungen bleiben da jedoch nicht aus. Im März fanden überwiegend saisonal bedingt 631 mehr Arbeitslose eine neue Beschäftigung als entlassen wurden. Corona war und ist eine Bewährungsprobe für den Arbeitsmarkt . Während es im Handwerk und der Industrie wieder bergauf geht, hoffen Handel, Verkehr, Reise- und Gastgewerbe auf wirtschaftliche Lockerungen nach Ostern."