Es ist knapp fünf Jahre her, dass der Kreistag in einer Sondersitzung beschlossen hat, die Fachoberschule ab dem Schuljahr 2017/2018 von Ludwigsstadt nach Kronach zu verlegen. Beschlossen wurde damals auch, dass der Landkreis den Schulträger mit 800.000 Euro – jährlich 160.000 Euro – für die nächsten fünf Jahre unterstützt.

Diese Summe hat sich nach der staatlichen Anerkennung 2017/2018 auf jährlich 100.000 Euro reduziert. Nun rückt die Zeit näher, dass sich die Sabel-Fachoberschule selbst finanzieren muss. Der Standortleiter Fabian Lauterkorn ist zuversichtlich, dass dies passieren wird, auch wenn es aufgrund der besonderen Lage mit Herausforderungen verbunden sein wird.

Seit dem Schuljahr 2020/21 wird neben den bisherigen Fachrichtungen Technik und Wirtschaft auch Sozialwesen unterrichtet. In diesem Jahr stehen erstmals in dieser Fachrichtung Abiturprüfungen für zehn Jugendliche an. Lauterkorn ist stolz darauf, dass er mit Mechthild Beeke, die an der Internationalen Berufsakademie (IBA) in Nürnberg Sozialpädagogik und Management lehrt, eine kompetente Fachlehrerin gewinnen konnte. Die Professorin unterrichtet Pädagogik und Psychologie im sozialen Bereich an zwei Tagen pro Woche.

In der wirtschaftlichen und technischen Fachrichtung haben die Schüler die Möglichkeit, sich im Rahmen eines Wahlfachs die Aspekte der Psychologie näherbringen zu lassen. Sie vermittelt den Jugendlichen Wissen rund um das Seelenleben bis hin zur „Lebenswelt als Ganzes“.

Ferner geht es um (Prüfungs-)Ängste, Sorgen und Krisen. Dabei werden mitunter auch Praxisbeispiele eingesetzt. Weiterhin stehen „erfolgreiche und gestörte Kommunikationsmodelle“ auf dem Stundenplan.

Der Kontakt mit der Sabel-Schule Kronach sei im Sommer vergangenen Jahres am IBA-Standort in Nürnberg zustande gekommen, erzählt Fabian Lauterkorn. „Ich bin unheimlich stolz darauf, Mechthild Beeke an meiner Schule zu haben!“ Und er meint damit auch, dass es nicht leicht sei, Lehrkräfte zu gewinnen. Beeke könne nicht nur eine hohe wissenschaftliche Qualifikation vorweisen, sondern sei auch ein Mensch mit dem Herzen am richtigen Fleck.

Mechthild Beeke hat ihre Tätigkeit an der Sabel Kronach noch nicht bereut. „Es ist ein gutes Gefühl, hier junge Menschen zu unterrichten!“ Sie spricht von einer guten Stimmung und einem guten Miteinander zwischen Lehrkräften und Schülern und innerhalb der Kollegen.

100-Prozent-Erfolgsquote angestrebt

Derzeit laufen an der Sabel-FOS die Vorbereitungen für das Fachabitur auf Hochtouren. Am Ende wird das Ergebnis wichtig sein, so Lauterkorn. Denn die Prüfungen spiegelten den Erfolg der Wissensvermittlung wider.

Voraussichtlich werden in diesem Jahr 22 Schülerinnen und Schüler ihr Fachabitur an der Sabel-FOS machen. Lauterkorn ist zuversichtlich, die 100-Prozent-Erfolgsquote wiederum erreichen zu können. Er weist darauf hin, dass kein Jugendlicher, der die Voraussetzungen erfüllt – nämlich einen Notendurchschnitt in den Pflichtfächern Deutsch, Mathematik und Englisch unter 3,5 zu haben – abgewiesen wird.

Zudem, so kündigt er an, werde es ab dem kommenden Schuljahr Verbesserungen an der digitalen Infrastruktur geben. Jeder Schüler wird mit „interaktiver Technik“ ausgestattet. „Wir sind dann in der Lage, von jetzt auf gleich in den Distanzunterricht zu gehen.“ Man habe aus der Corona-Pandemie gelernt. Die Örtlichkeit Schule werde dann – zumindest aus seiner Sicht – nicht mehr die Rolle wie zuvor spielen.

Nach wie vor ist es der Schulleitung wichtig, den Schülern auch nach dem Fachabitur Perspektiven zu vermitteln. Seit Jahren existieren Kooperationen zwischen der Schule und Betrieben im Rahmen der fachpraktischen Ausbildung. Jetzt arbeite man mit hiesigen Unternehmen an einem Projekt, das über eine Begleitung bis zum Fachabitur hinausgeht. Insgesamt soll die Zusammenarbeit mit den Unternehmen intensiviert werden. Lauterkorn freut sich, dass er schon jetzt bei der Glasindustrie dafür offene Türen fand. Über Details wollte er sich noch nicht äußern.

Infos zur Sabel-FOS gibt es unter www.sabel-kronach.de oder telefonisch unter 09261/9646660.