Die Zahl der Arbeitslosen im Bereich der Agentur für Arbeit Bamberg-Coburg, zu der auch der Landkreis Kronach gehört, hat sich im vergangenen Monat um 398 Personen oder 3,4 Prozent verringert. Der Rückgang fiel etwas dynamischer aus als in den fünf Jahren vor der Corona-Krise. Aufgrund von Nachholeffekten durch die damals übergangsweisen wirtschaftlichen Lockerungen war die Zahl der Arbeitslosen 2020 überproportional (1063) zurückgegangen.

Aktuell sind 11 336 Frauen und Männer im Agenturbezirk arbeitslos gemeldet. Im Vergleich zum Vorjahr hat die Arbeitslosigkeit um 1579 Personen oder 12,2 Prozent abgenommen. Jedoch sind es noch 9,4 Prozent oder 972 Personen mehr als vor der Krise 2019. Die Arbeitslosenquote reduzierte sich in den zurückliegenden vier Wochen um 0,2 auf 3,2 Prozent. Vor einem Jahr hatte die Quote noch bei 3,7 Prozent gelegen. Im September wurden 1284 Frauen und Männer entlassen, lediglich 1,1 Prozent oder 14 Personen mehr als vor einem Jahr. Derweil konnten 1236 Menschen ihre Arbeitslosigkeit durch Aufnahme einer neuen Beschäftigung beenden, 17,5 Prozent (263) weniger als 2020. Die Einstellchancen sowie das Entlassungsrisiko haben seit Monaten das Vorkrisenniveau erreicht und sind teilweise sogar günstiger als zuvor.

Junge Menschen profitieren

Zum Start in das neue Schul- und Ausbildungsjahr im September profitierten vor al-lem die jungen Menschen unter 25 Jahren vom Abbau der Arbeitslosigkeit . Über die Hälfte (55,3 Prozent) des Rückgangs entfiel auf diese Altersgruppe. Viele hatten sich seit Juli zum Schul- und Ausbildungsende übergangsweise arbeitslos gemeldet.

„Bereits im September sorgte die einsetzende Herbstbelebung am Arbeitsmarkt wieder für einen spürbaren Beschäftigungsanstieg, nachdem sich die Arbeitslosigkeit saisonal bedingt in den beiden vorangegangenen Monaten erhöht hatte. Der uns gemeldete Personalbedarf der Firmen war der größte in einem September seit Gründung der Bundesrepublik“, so das Resümee von Boris Flemming, Geschäftsführer Operativ der Agentur für Arbeit Bamberg-Coburg. Gut gefüllte Auftragsbücher bei gleichzeitig steigenden Materialpreisen, Lieferengpässen und knapper werdenden Fachkräften seien aktuelle die Herausforderungen. Helfer würden mittlerweile auch im Fachkräftebereich eingesetzt. Die Industrie konkurriere mit dem Handwerk um erfahrene Mitarbeiter . Höhere Löhne und kürzere Arbeitszeiten seien dabei immer wieder das Zünglein an der Waage. „All das führt jedoch erfreulicherweise auch dazu, dass zunehmend Bewerber zum Zuge kommen, die aufgrund ihrer Vita in der Vergangenheit kaum eine Chance hatten“, betont Boris Flemming.

Im Landkreis Kronach verringerte sich die Arbeitslosigkeit mit Einsetzen der alljährlichen Herbstbelebung im September um 48 Personen oder 3,9 Prozent. Ende des Monats waren 1191 Menschen arbeitslos gemeldet, 258 oder 17,8 Prozent weniger als vor einem Jahr und 3,3 Prozent weniger (41) als vor der Corona-Krise. Die Arbeitslosenquote liegt jetzt bei 3,1 Prozent (August 3,2, Vorjahr 3,8). Aus dem Landkreis Kronach gingen im September 124 versicherungspflichtige Stellenangebote beim Arbeitgeberservice ein, fast so viele (minus 5) wie 2020. Im Bestand gibt es aktuell 768 Jobangebote, 143 mehr als im Vorjahr. red