Die im September begonnene Herbstbelebung setzte sich im Oktober ungebrochen fort. In allen Kreisen und Städten des Arbeitsagenturbezirks sanken die Arbeitslosenzahlen . Den größten Rückgang verzeichnet der Landkreis Kronach . Hier reduzierte sich die Arbeitslosigkeit im Oktober um 117 Menschen oder 9,8 Prozent. Ende des vergangenen Monats waren 1074 Personen arbeitslos gemeldet, 21,2 Prozent bzw. 289 weniger als vor einem Jahr.

Die Zahl der Arbeitslosen liegt sogar bereits um 88 Personen oder 7,6 Prozent unter dem Vorkrisenniveau von vor zwei Jahren. Es verloren seit Ende September 20,3 Prozent weniger Personen ihre Beschäftigung als im letzten Jahr. Die Arbeitslosenquote verringerte sich binnen Monatsfrist um 0,3 Prozentpunkte auf 2,8 Prozent. Erstmals seit November 2019 liegt die Quote wieder unter der Marke zur Vollbeschäftigung von 3,0 Prozent. Vor einem Jahr betrug sie noch 3,5 Prozent.

Aus dem Landkreis Kronach gingen im letzten Monat 165 versicherungspflichtige Stellenangebote beim Arbeitgeberservice ein, 8,6 Prozent mehr als im Vorjahr. Im Bestand gibt es derzeit 796 Beschäftigungsangebote. Das sind über ein Viertel (+26,8 Prozent) bzw. 168 mehr als vor zwölf Monaten. Der Stellenzuwachs verteilt sich prozentual im zweistelligen Bereich auf alle Berufsbereiche ohne spezifischen Schwerpunkt.

Im Bezirk der Agentur für Arbeit Bamberg-Coburg, zu dem Stadt und Landkreis Bamberg, Stadt und Landkreis Coburg sowie die Landkreise Forchheim, Kronach und Lichtenfels gehören, sank die Zahl der Arbeitslosen im Oktober um 919 Personen (-8,1 Prozent) auf 10 417. Der Rückgang fiel um über ein Drittel agiler (+36,1 Prozent) aus als in den letzten fünf Jahren. Im Vergleich zum Vorjahr hat die Arbeitslosigkeit um 1962 Personen bzw. 15,8 Prozent abgenommen. Die Arbeitslosenquote verringerte sich im abgelaufenen Monat um 0,2 Prozentpunkte auf 3,0 Prozent. Das ist Vollbeschäftigung. Die Marke dazu liegt bei 3,0 Prozent. Seit Dezember 2019 (2,9 Prozent) wurde dieser Wert bisher nicht mehr erreicht. Vor einem Jahr betrug die Quote noch 3,5 Prozent.

„Generell ist die Auftragslage bei vielen Firmen sehr gut“, so Boris Flemming, Geschäftsführer Operativ der Agentur für Arbeit Bamberg-Coburg. Jedoch führten fehlendes Material aufgrund von Lieferengpässen sowie partieller Fachkräftemangel zu Verzögerungen bei der Abarbeitung. Einige Betriebe sind daher wieder dazu übergegangen, sich einen gewissen Lagerbestand anzulegen, um temporäre Durststrecken überbrücken zu können. Flemming: „Die Corona-Krise zeigte, wie fragil das System sein kann, die Lagerflächen rein auf die Transportwege von Schiff und Straße zu outsourcen. Weniger die Pandemie, sondern Umbrüche wie die ökologisch-technologische Transformation sowie der durch die Krise verstärkte sektorale Wandel und die demografische Alterung sind die Herausforderungen, mit denen sich Firmen mittlerweile beschäftigen.“

Laut Flemming machen die Vermittlungsfachkräfte die Erfahrung, dass sich seit Monaten zum überwiegenden Teil Personen mit gesundheitlichen Einschränkungen, welche, die kurz vor der Rente stehen, oder Menschen ohne Berufsabschluss arbeitslos melden. Fachkräfte fänden im Kündigungsfall oftmals nahtlos eine Anschlussbeschäftigung. Auch gute Hilfskräfte seien inzwischen gesucht und begehrt. So manchem biete sich jetzt die Chance, beim neuen Arbeitgeber mit Unterstützung der Arbeitsagentur zur Fachkraft weiterqualifiziert zu werden. Teilweise könne die Agentur die Kosten sogar komplett übernehmen.

„Wie jedes Jahr im Herbst melden sich bei uns derzeit vorsorglich erste Mitarbeiter von witterungsabhängigen Außenberufen. Aufgrund der andauernd positiven Entwicklung der letzten Wochen gehe ich jedoch davon aus, dass die Arbeitslosigkeit im November erneut leicht sinken wird“, so Flemming abschließend. red