Karl-Heinz Hofmann

Der Verwaltungsausschuss der Stadt Kronach gab grünes Licht für ein Toiletten- Pilotprojekt. Demnach wird der Kinderspielplatz in Neuses mit einer Toilette für Erwachsene und Kinder ausgestattet. Die CSU-Fraktion hatte einen Antrag auf die Errichtung einer sogenannten „Komposttoilette“ gestellt.

Wie Fraktionssprecher Martin Bittruf deutlich machte, häufen sich die Bitten von Eltern, auf dem nach wie vor sehr beliebten Spielplatz in Neuses eine Toilette aufzustellen. Zudem sollte wegen einiger Beschwerden über die Verrichtung von Notdurft in der Natur eine Alternative geschaffen werden.

Aus Sicht der CSU-Fraktion bietet sich eine sogenannte „Komposttoilette“ am sehr naturnahen Kinderspielplatz an. Bei entsprechender Akzeptanz durch die Spielplatznutzer und Besucher sei die Ausstattung von weiteren Spielplätzen im Stadtgebiet zu überlegen, heißt es im Antrag der Fraktion.

Dazu wies Bürgermeisterin Angela Hofmann darauf hin, dass man bemerkt habe, dass nicht nur die Kinder, sondern auch Eltern und Großeltern gerne längere Zeit auf dem schön angelegten Natur- Dorado mit den abwechslungsreichen Spielgeräten verweilen. Abseits vom Durchgangsverkehr sei dieser Platz ein kleines Erholungsparadies.

Auch für Touristen?

Peter Witton (Grüne) fand die Idee sehr gut. Ihm fiel dazu ein, dass man so etwas auch für Touristen im Stadtgebiet anbieten könnte. Matthias Simon (FW) fragte, was mit den anderen Stadtteilen sei, und rechnete hoch, dass man sehr schnell bei über 200.000 Euro Anschaffungswert liegen könnte, wenn alle Stadtteile dieses Begehren haben. Ralf Völkl (SPD) meinte zwar, der Vorschlag der CSU sei berechtigt, aber man müsse auch den Haushalt im Blick haben. Es handle sich um freiwillige Leistungen und die würden bei Haushaltsgenehmigungen besonders beobachtet.

Seitens der Technischen Dienste der Stadt informierte Marco Deuerling, dass eine Toilettenkabine der Firma Trobolo, welche mit einer Kabine für Kinder und Erwachsene ausgestattet ist, geeignet sei. Jedoch dürfe der Unterhalt nicht vernachlässigt werden.

Die Toilettenkabine kostet Deuerling zufolge 2559 Euro , für Auf- und Abbau rechnet man jährlich mit 500 Euro . Die Entsorgungskosten für 30 Wochen belaufen sich auf 1125 Euro . Für regelmäßige Reinigungen zweimal wöchentlich müsse mit 3600 Euro gerechnet werden, dazu kommt einmalig die Aufstellung mit Fundament 1500 Euro . Somit liegt man bei Anschaffungskosten im ersten Jahr bei 9284 Euro , für die Folgejahre fallen jährlich 5225 Euro (bei 30 Wochen Betriebszeit) an.

Keine Mittel im Haushalt 2022

Kämmerer Wolfgang Günther wies darauf hin, dass für 2022 keine Mittel im Haushalt eingestellt sind. Das Gremium stimmte schließlich mit 5:2 Stimmen dafür, die Technischen Dienste mit der Bestellung der der Toilette zu beauftragen, und die Firma Persch erhält den Auftrag für die Entsorgung.