Fledermäuse haben es gut in Nordhalben : Für ihren Winterschlaf können sie sich nun mitten im Ort in einen alten Bierkeller zurückziehen. Im Sommer haben sie bereits seit Jahren ihre Wochenstube im Rathaus eingerichtet.

„Ich danke der Marktgemeinde Nordhalben mit ihrem Bürgermeister für die gute Zusammenarbeit, insbesondere aber dem Bauhof und dem einheimischen Schreinermeister Hans-Michael Köstner für die Zuarbeiten und Erstellung der wirklich eindrucksvollen Tür“, sagte Christina Höpfinger von der Ökologischen Bildungsstätte Oberfranken in Mitwitz. Sie realisierte als Beauftragte für das Projekt „Fledermäuse im Frankenwald“ den neuen Un-terschlupf.

Der geräumige Keller wurde früher als Getränkelager für die damalige Gastwirtschaft Wunder („Bonda Rosa“) in der Schwedengasse genutzt, später dann mit einem Schuppen verbaut und am Ende gar als Müllhalde missbraucht.

Mit Förderung des Naturparks Frankenwald konnten nun der Rückbau, die weitgehende Entrümpelung und der Einbau einer massiven Tür vorgenommen werden. Als ergänzende Maßnahme wurden mit Mitteln des „ Marktplatzes der biologischen Vielfalt “ im Rahmen des Biodiversitätsprogrammes „ Nordhalben kleinflächig – vielfältig – großartig“ ein Hochbeet, zwei Bäumchen und Sträucher für das Grundstück der Gemeinde angeschafft.

Bei einem kurzen offiziellen Akt übergab Höpfinger den Kellerschlüssel an die neue hauptamtliche Biodiversitätsbeauftragte Nordhalbens, Anna Leyendecker. Außerdem händigte sie ihr eine Anerkennungsurkunde des Bayerischen Staatsministeriums für Umwelt und Verbraucherschutz für die „vorbildlichen Leistungen beim Schutz bedrohter Tierarten durch die Schaffung und Pflege von Fledermausquartieren“ sowie eine Plakette aus, die das Rathaus als Standort für die geschützten Säuger ausweist.

Dem ehrenamtlichen Projektleiter Michael Büttner dankte sie für die Initiativen vor Ort und die gute Kooperation. „Es ist wichtig, dass viele den Biodiversitätsgedanken mittragen und umsetzen, damit Nordhalben weiterhin ein Ort der Vielfalt bleibt“, so Büttner.

Im Rahmen des Ortstermins informierte die Projektleiterin, dass weitere ungenutzte Bierkeller als Fledermausquartiere im Naturpark Frankenwald gesucht werden. Hinweise nimmt sie über die Ökologischen Bildungsstätte im Wasserschloss Mitwitz entgegen. nn