Zum Artikel "Ehrentitel für Einsatz” (BR vom 11. November) wird uns geschrieben :

Als Schüler des Caspar-Vischer-Gymnasiums möchte ich Ihnen erklären, warum dieser Abend als kritisch zu betrachten ist. Seit Montag ist aufgrund der hohen Inzidenzen und der Auslastung der Intensivbetten in Bayern die Maskenpflicht für Schüler über die Dauer des gesamten Unterrichtes wieder eingeführt worden. So müssen wir den gesamten Tag mindestens eine medizinische Mund-Nasen-Bedeckung tragen, um so die Infektionsgefahr aufgrund des geringen Abstandes zu minimieren.

Ich denke, ich spreche für viele weitere Bürger, wenn ich mich frage, ob es sein muss, dass die Politiker unserer Stadt, welche diese Maßnahmen mittragen, fröhlich und munter ihre eigenen Erfolge feiern und das ganz ohne Maske oder Abstand. Es besteht offensichtlich eine Diskrepanz zwischen der politischen "High Society" von Kulmbach und ihren Bürgern.

Und es wirkt damit etwas arrogant, wenn sich die Verantwortlichen treffen, um sich selbst zu feiern, ohne nennenswerte Erfolge, während die Bevölkerung unter den Regeln derer steht, die sich selbst nicht daran halten. Das Argument mit der geltenden 2G-Regel, die auch an diesem Prestigeabend für Sicherheit sorgte, trägt nicht. Denn 2G steht nicht für "unverwundbar" und ist schon gar kein Freifahrtschein, alles zu tun und zu lassen, was man für richtig hält.

Ganz abgesehen davon, dass die Regelung, nach der nur geimpfte beziehungsweise genesene Personen Restaurants besuchen oder an anderen Aktivitäten teilnehmen dürfen, offensichtlich diskriminierend ist, wundert es mich, dass auch der gut informierte Personalratsvorsitzende im Klinikum Kulmbach, Frank Wilzok, als Bürgermeister von Kulmbach an dieser Veranstaltung ohne Mund-Nasen-Bedeckung teilnimmt. Ob einem die silberne Bürgermedaille wert ist, sich und andere anzustecken, ist fragwürdig.

Sich hinzustellen und selbst in Szene zu setzen, kennen wir bereits aus den Bildern der SPD-Bundestagsfraktion, die bis auf Karl Lauterbach, in Scharen ohne Maske jubelt und feiert. Und das ironischerweise in genau den Momenten, in denen Existenzen am Wall von Vorschriften und unbegründeten Maßnahmen zerschmettern, Intensivpfleger unter Höchstbelastung und geringem Lohn um das Leben von Menschen kämpfen und die Schulen versuchen, einen normalen Betrieb aufrechtzuerhalten, um die Steuerzahler der Zukunft zu bilden.

Kleiner Tipp vom kleinen Einwohner: Das wirkt doppelt elitär als es ohnehin schon ist. Dass Ähnlichkeit zur genannten SPD-Fraktion besteht, zeigt sich an den Bildern der Standing Ovations für den nun "Altoberbürgermeister" Henry Schramm (CSU). Es reicht eben aus, die "lebens- und liebenswerte Stadt" Kulmbach für Jugendliche so unattraktiv zu machen wie möglich, um von den Gleichaltrigen gefeiert zu werden.

Pascal Hohenreuther

Neudrossenfeld