Bernhard Panzer William Borkenstein von der Bürgerinitiative "Pro Aurachalbahn" war froh gestimmt. Er zog ein positives Fazit zu einer Videokonferenz, die die Herzogenauracher mit dem bayerischen Verkehrsministerium abhalten durften. Thema der Unterredung im Netz: die mögliche Reaktivierung der Trasse der Aurachtalbahn respektive deren Machbarkeitsstudie.

In 90 Minuten habe die BI ihre Position darlegen und Fakten aufzeigen können, sagte Borkenstein gegenüber dem FT. Mit dabei waren Manfred Horn und Ulrich Bogen. Gesprächspartner aus dem Ministerium waren Ministerialrat Thomas Wunsch als Referatsleiter ÖPNV-Infrastrukturförderung und Anna Rieper. Eingeladen worden waren von München aus auch die Fraktionsvorsitzenden im Herzogenauracher Stadtrat.

Die Positionen der Aurachtalbahn-Befürworter trug Ulrich Bogen ausführlich vor. Die Ausführungen entstammen alle den Angaben in der sogenannten Fakten-Doku, die die BI auf ihrer Homepage veröffentlicht hat. "Es war unser Hauptziel, dass es oben ankommt", sagte Borkenstein in seinem Fazit der Konferenz. Für die BI sei es die Gelegenheit gewesen, "ohne politisches Querfeuer unsere Argumente und Fakten gezielt vorzutragen".

Die BI geht außerdem davon aus, dass im bayerischen Verkehrsministerium ein gewisser Umdenkprozess stattfinde, was generell die Bereitschaft zur Reaktivierung von Bahnstrecken angehe. Durch das 90-Minuten-Gespräch sei das Herzogenauracher Thema als solches angekommen.

Das habe auch Wunsch in seiner Schlussbemerkung festgestellt, sagte Borkenstein. Er habe die Machbarkeitsstudie als die unabdingbare Voraussetzung zur ernsthaften Prüfung der Reaktivierung der Aurachtaltrasse bezeichnet. Ein positives Ergebnis, so fasste es Borkenstein zusammen, müsse auch noch von allen lokalen Gremien befürwortet und unterstützt werden.

Körner und Auernheimer

Das hat auch Konrad Körner, Fraktionsvorsitzender der Jungen Union, so aufgefasst. Das Ministerium sei jetzt sehr gespannt auf die Untersuchung, sagte er im FT-Gespräch. Diese werde Licht ins Dunkel bringen. Es sei auch zur Sprache gekommen, dass das Thema Aurachtalbahn bislang nur rudimentär betrachtet worden sei. Wunsch habe zugesagt, dass der Freistaat dem Prozess mit Interesse folgen werde. Allerdings müsse schon die Region darüber entscheiden, was sie will.

Auch für den SPD-Fraktionsvorsitzenden Holger Auernheimer ist die Machbarkeitsstudie ausschlaggebend. "Die Untersuchung wird Klarheit schaffen über die unterschiedlichen Standpunkte", führte er aus. Damit sprach er auch, seiner Ansicht nach nicht stimmige Zahlen und Angaben an, die die Bürgerinitiative in ihren Ausführungen nannte. Diese sollte sie überprüfen, meinte der Stadtrat im Rückblick auf die Konferenz. Auch habe sich während der 90 Minuten kaum eine Diskussion entwickelt, weil die BI großteils einen Monolog gehalten habe. "Sie haben ihre feste Meinung vertreten."

Das hat auch Körner so in Erinnerung. München sei nicht oft zu Wort gekommen, meinte er. Für den CSU-Politiker ist es wichtig, dass man jetzt nach vorn blicken und die Studie ordentlich machen solle. Für Schuldzuweisungen sollte kein Platz mehr sein.

BI ist zuversichtlich

William Borkenstein indes äußerte sich sehr zuversichtlich und überzeugt, dass die Hoffnung auf eine Reaktivierung der Aurachtalbahn neue Nahrung erhalten habe. Außerdem sei er sich "absolut sicher, dass die Machbarkeitsstudie positiv ausfallen wird".

Freilich stelle sich dann die Frage: "Was machen wir dann mit der Stub?" Denn schon hinsichtlich der Finanzierung und auch der Fahrgastzahlen steht da auch immer wieder der Begriff der Kannibalisierung im Raum.

Ulrich Bogen hatte Zahlen vorbereitet, die nach Ansicht der Bürgerinitiative die S-Bahn deutlich besser stellen als eine Stadt-Umland-Bahn. Ausführlich können Interessenten diese Fakten-Doku der Bürgerinitiative auf ihrer Webseite nachlesen: https://pro-aurachtalbahn.com/fakten-doku/.

Zustande gekommen war die Konferenz, wie William Borkenstein sagte, über Joachim Herrmann. Ihm hatten die Vertreter der Bürgerinitiative die Dokumentenmappe übergeben, mit der Bitte um Weiterreichung.