Steffen Standke

18 Jahre in einem kommunalen Gremium wie dem Stadtrat - das ist schon ein Wort. Muss man doch eine gewisse Bekannt- und Beliebtheit erlangen, um einmal hinein- und zweimal wiedergewählt zu werden. Und dann muss man die drei ehrenamtlichen Wahlperioden auch durchhalten. Hartmut Bös (Grüne, früher CSU) und Dirk Stumpe (PWG) haben das geschafft. Dafür erhielten die beiden Bad Brückenauer in der Sitzung des Stadtrats die Kommunale Dankurkunde des Freistaats Bayern verliehen.

Eigentlich hätte ihnen diese Ehrung bereits im vergangenen Jahr zuteil werden sollen. Zogen sie doch schon zum 1. Mai 2002 in das Gremium ein - und blieben ohne Unterbrechung bis heute (so gehören Bös und Stumpe schon 19 Jahre dem Stadtrat an). Doch in Zeiten von Corona fand sich nie eine würdige Gelegenheit, vor allem nicht für eine kleine Feier-Viertelstunde. Obwohl die Urkunden schon länger vorlagen.

Doch nun - nach einigen Lockerungen - war die Zeit gekommen. Auch für Altbürgermeisterin Brigitte Meyerdierks, die jahrelang mit Bös und Stumpe gemeinsam Kommunalpolitik gemacht hatte. Und die nun als stellvertretende Landrätin in ihrer alten Wirkungsstätte Georgi-Halle die Ehrung mit launigen Worten vornahm.

Wiedersehen mit Weggefährten

Es sei ihr eine große Freude und Ehre, Menschen, die sie lange begleitet hätten, zu ehren. Ihr ehrenamtliches Engagement sei nicht selbstverständlich. Es sei schwierig, wenn man in Vereinen und ähnlichem eingebunden sei, im Stadtrat neutral abzuwägen und Entscheidungen zu treffen. "Ich freue mich, dass ich wieder mal alle gesehen habe", sagte Meyerdierks auch mit Blick auf die alten Zeiten. Ähnlich äußerte sich Bürgermeister Jochen Vogel (CSU). Bös und Stumpe hätten sich stark eingebracht, mitdiskutiert und ihren Beitrag geleistet, "dass die Dinge geworden sind, wie sie sind". Dafür hätten sie ehrenamtlich viel Zeit geopfert.

Nicht für alles, was man tue, ernte man Schulterklopfer. Vogel hoffte auf viele weitere Jahre für die beiden im Stadtrat.

Stadträtin Adelheid Zimmermann (FDP), ebenfalls viele Jahre dabei, sagte: "Euch beide zeichnet aus, dass ihr mit Herzblut Kommunalpolitik macht und mit Ideen kommt." Sie wünschte Bös und Stumpe, dass sie sich ihren Mut zur Veränderung bewahren.

Beide Geehrte fungier(t)en als Fraktionssprecher (Bös CSU und Grüne, Stumpe PWG). Sie bekleideten Ämter als Referenten im Bereich Wirtschaft, Einzelhandel, Kur und Fremdenverkehr (Bös) sowie Jugend, Sport und Vereine (Stumpe) und präg(t)en Ausschüsse mit.