Ebern — Als "kleines Trostpflaster für den ausgefallenen Ausflug" bezeichnete Vorsitzender Klaus Ullrich ein ungewöhnliche Exkursion beim Kolping-Gedenktag der Kolpingsfamilie Ebern. Denn statt sich nach dem Gottesdienst wie gewohnt im Pfarrzentrum zusammenzusetzen wurden die Mitglieder "geführt entführt".
Erst unternahm Kolpingbruder Günther Pfeufer mit ihnen einen Ausflug in die Geschichte der Stadtpfarrkirche und erklärte viele Details, die den meisten so noch nicht bewusst waren. Dass beispielsweise das vielen seltsam erscheinende Muster am modernen Tabernakel, das sich ähnlich auch an der Orgel wiederholt, einen Brotkorb symbolisieren soll, war wohl den wenigsten bewusst.
Weiter ging es mit einer Führung im mexikanischen Restaurant Veracruz, wo n ein Gang in die Eberner Unterwelt anstand. So mancher Kolpingbruder erinnerte sich noch an seine Kindertage, als die Keller gegen Ende des Zweiten Weltkriegs als Luftschutzbunker bei Fliegerangriffen gedient hatten. Doch waren diese Erinnerungen schon lange verblasst.


Rundgang im Keller

Bei einer Führung durch Klaus Wohlfahrt wurden die Keller nun, dank Taschenlampen, bei gutem Licht besichtigt. Kolping-Vorsitzender Klaus Ullrich würdigte nach dem Rundgang die informativen Ausflüge in die Kirchen- und Keller- bzw. Siedlungsgeschichte von Ebern. "Wir leben alle nun schon so lange hier, und trotzdem können wir immer wieder etwas Neues lernen."


Zu wenig Personal

Im offiziellen Teil der Versammlung kündigte Ullrich an, dass die Kolpingsfamilie auf dem Eberner Weihnachtsmarkt in Zukunft vermutlich keinen Stand mehr stellen werde. "Es geht nicht mehr. Uns fehlt das Personal. Dazu kommen immer höhere Auflagen, und letztlich rechnet es sich einfach nicht", sagte er. Wegen Personalmangels musste auch bereits zum zweiten Mal der Kreuzweg in Neubrunn ausfallen. "Ich hoffe, es findet sich jemand, der das übernimmt", bat Ullrich die Mitglieder. "Es wäre schade, wenn unsere Traditionen so langsam aussterben müssten."
Doch er hatte auch Positives zu vermelden. So erfreut sich die Krippe im Rathaus großer Beliebtheit, und auch die Wallfahrten zum Kreuzberg in der Rhön und nach Vierzehnheiligen, die unter der Regie von Rudi Kaspar stattfinden, werden gut angenommen. Mit ihrem Engagement um das Laurentiusfest im Sommer gibt die Kolpingsfamilie laut Ullrich "der Kirchengemeinde, zu der sie gehört, wieder etwas zurück".