Karl-Heinz Hofmann Mehrmals jährlich bietet der Förderverein Bergbaugeschichte Stockheim/Neuhaus interessante Wanderungen mit vielen Informationen am ehemaligen Bergwerksgelände in der Nähe der Katharinenzeche an. So erst wieder kürzlich geschehen mit einer etwa 3,2 Kilometer langen Wanderung auf dem Bergbau-Erlebnispfad Dachsbau Stockheim.

Erstmals begegneten hier drei "Kohlenzwerge" den Wanderern im Wald und auch ein "Oberförster" sorgte für Aufsehen. Die über 20 Interessenten wurden von den Wanderführern Günther Scheler und Günther Skultety an verschiedenen Stationen ausführlich über die Geschichte des Stockheimer Alt-Bergbaus informiert.

Oberförster erläutert Entdeckung

Zum Beispiel machte man halt beim Tagebau, eine ausgehende Kohleflöze die durch einen, von Sturm Kyrill im Jahr 2007 umgeworfenen Baum, freigelegt wurde. An dieser Station tauchten unvermittelt plötzlich drei "Kohlenzwerge" auf. Das sind spontan von Evi und Günther Scheler erfundene Fabelwesen, dargestellt von Tim Weißerth, Nils und Max Hohenadel. Die drei "Kohlenzwerge" erfreuten die Wandergruppe mit dem Gesang des Bergmannsliedes "Glück auf, der Steiger kommt" (Steigerlied).

Weiter führte der Wanderweg vorbei an den zwei Ausgrabungen "Pechhütte" und "Winklerhaus" worüber die Wanderführer aus der Vergangenheit berichteten.

Überraschend querte den Weg der "Oberförster" Christoph Friedrich Gundermann (gespielt von Michael Hohenadel) aus dem thüringischen Steinach, er gilt als der Entdecker der Stockheimer Steinkohle im Jahr 1756. Er erläuterte aus seiner Sicht die Entdeckung der Steinkohle. Dazu gesellten sich dann auch die Kohlenzwerge.

Nächste Stationen waren Ochsenbrunnen und Kohlenstraße zur Haspel. An der Haspel wurde gezeigt, wie die Kohle aus den Schächten gefördert wurde. Im dort vorhandenen Kohleneimer hatte ein "Berggeist" sein "Grubenwasser" versteckt. Die Wanderer waren neugierig und nahmen einige Schluck von dem wohlschmeckenden "Stockheimer Grubenwasser". Hier erfuhren sie auch, dass auch dies eine Kreation des Fördervereins Bergbaugeschichte Stockheim/Neuhaus ist. Die letzte Station der interessanten und spannenden Exkursion war die neue Infotafel "Grenze".

Diese Infotafel weist daraufhin, dass diese Grenze seit über 1000 Jahren besteht und nicht nur während der Zeit des Eisernen Vorhangs, wo hier die Grenze die DDR von der Bundesrepublik teilte und zugleich bis zur Wiedervereinigung im Jahr 1989, seit den Nachkriegsjahren Deutschland spaltete. Heute ist sie eine offene Grenze und weist lediglich auf die beiden Bundesländer Bayern und Thüringen hin. Alle Wanderer waren begeistert und dankten den beiden fachkundigen Wanderführern mit viel Applaus für die Führung durch den Pfad auf geschichtsträchtigen Spuren.

Auch die Kreiskulturreferentin Gisela Lang war unter den Teilnehmern, was die Wanderführer des Fördervereins besonders freute.