gerold Snater Nur zwei Punkte standen am Dienstagabend auf der Tagesordnung der Sitzung des Königsberger Stadtrates, die in kurzer Zeit behandelt wurden. Der Mitgliedschaft in der Arbeitsgemeinschaft (kurz AG) "Deutsche Fachwerkstädte" und der "Deutschen Fachwerkstraße" stimmte der Stadtrat zu.

In einem Sachvortrag stellte Bürgermeister Claus Bittenbrünn die Arbeitsgemeinschaft "Deutsche Fachwerkstädte" vor. Diese Arbeitsgemeinschaft ist ein Netzwerk von Städten mit bedeutendem Fachwerkbestand. Sie dient dem Erfahrungsaustausch, gibt Hilfestellung und Beratung auch in rechtlichen und bautechnischen Fragen zur Erhaltung und Sanierung des Fachwerkbestands. Der Verband unterstützt und vertritt die Interessen gegenüber der Politik. Aktuell sind 130 Städte Mitglied.

Vorteile einer Mitgliedschaft bei dieser Arbeitsgemeinschaft ergeben sich vor allem, so das Stadtoberhaupt, für das städtische Bauamt und die Öffentlichkeitsarbeit sowie Außendarstellung der Stadt Königsberg.

Zusätzlich könne die Stadt Königsberg als Mitglied der Arbeitsgemeinschaft "Deutsche Fachwerkstädte" auch Teil der Deutschen Fachwerkstraße werden, sagte er. Wobei die Fachwerkstraße im Gegensatz zum Beispiel zur Burgenstraße aus sieben Regionalstrecken besteht. 104 Städte sind bereits Teil der Ferienstraße.

Die achte Regionalroute

Aktuell geht es um die Gründung einer "Fränkischen Fachwerkstraße". Das wäre dann die achte Regionalroute und die erste in Bayern, erläuterte der Erste Bürgermeister.

Königsberg ist mit einigen anderen Städten der Umgebung wie Seßlach, Zeil, Ebern, Untermerzbach sowie Tauberbischofsheim, Marktbreit, Ochsenfurt und Bad Windsheim als potenzielles Gründungsmitglied ausgewählt worden. Aber auch weitere Städte in den Haßbergen wie Hofheim und Stadtlauringen seien an der Einrichtung der Straße interessiert. Auch der Haßberge-Tourismus würde die Route gern in die Haßberge ziehen. Die Vorteile liegen laut Bittenbrünn in einer gemeinsamen und gegenseitigen Werbung, vor allem in den Gebieten der sieben Regionalstrecken in Hessen, Niedersachsen und Baden-Württemberg, aber auch Skandinavien, wo großes Interesse am Thema Fachwerk herrscht.

Bittenbrünn ging auch auf die Kosten ein, die anfallen, um Mitglied der Fachwerkstraße zu werden. Dazu ist eine Mitgliedschaft in der "AG Deutsche Fachwerkstädte" nötig. Diese betragen entsprechend der Einwohnerzahl für Königsberg 250 Euro jährlich. Für die Fachwerkstraße selbst ist ebenfalls ein Betrag fällig. Hier liegt der Beitrag für die Stadt Königsberg bei 1000 Euro jährlich.

Auch eine mögliche Kündigung wurde angesprochen. Eine Mitgliedschaft bei der Deutschen Fachwerkstraße endet mit dem Austritt aus der "AG Fachwerkstädte" oder durch gesonderte Kündigung.

In der kurzen Diskussion sprach sich besonders Eddi Klug (SPD) gegen die Mitgliedschaft mit der Begründung aus: "Was bringt uns das? Es fehlt hier an der Infrastruktur! Ich sehe keinen Wert in der Mitgliedschaft."

Stadträtin Dagmar Kirchner (CSU) hielt dagegen, dass es sinnvoll sei, für die Region gezielt Werbung zu machen. Das Gremium beschloss gegen drei Stimmen den Beitritt zur "AG Deutsche Fachwerkstädte" und zur "Fachwerkstraße" - aber unter dem durch Bürgermeister Claus Bittenbrünn klar herausgestellten Vorbehalt, dass die weiteren angesprochenen Kommunen auch Mitglied werden und teilnehmen.

Energie

Der zweite Punkt der Sitzung betraf die Erweiterung der Photovoltaikanlage im Stadtteil Hellingen. Konkret ging es um die Planungsfragen. Schon des Öfteren wurde im Gremium der Stadt Königsberg über einen Bebauungsplan für eine Erweiterung der bestehenden Photovoltaikanlage in Hellingen beraten und entsprechende Beschlüsse bezüglich der Durchführung verabschiedet. Dieser Bebauungsplan muss aber nun ruhen, denn das Landratsamt als Aufsichtsbehörde fordert, dass ein Bebauungsplan aus dem Flächennutzungsplan zu entwickeln sei, was in diesem Fall nicht geschehen sei, also keine entsprechende Änderung des Flächennutzungsplans erfolgte.

Im Rahmen des vorhabenbezogenen Bebauungsplans muss die Stadt Königsberg die Durchführung dieses Verfahrens beschließen und ein neuer Flächennutzungsplan in Auftrag gegeben werden. Gegen eine Stimme beschloss das Gremium zur Entwicklung des Bebauungsplans der Photovoltaikanlage in Hellingen die Änderung des Flächennutzungsplans im Bereich der vom Bebauungsplan umfassten Flächen, die der Geschäftsleiter Johannes Mücke anhand einer Skizze den Mitgliedern des Stadtrates noch einmal in Erinnerung brachte. Mit in den Beschluss wurde aufgenommen, dass die für die Flächennutzungsplanänderung anfallenden Kosten die Betreiber der geplanten Photovoltaikanlagen-Erweiterung tragen.