Eine soziale und ökologische Klimawende will sie schaffen - die Bewegung "Wir gestalten Heimat". "Und das geht wunderbar auf dem Acker", sagt der Initiator Oliver Kunkel aus Zeil.

So startet das erste Gemeinsame-Gemüse-Gärtnern nun auf dem Biohof Lenhart in Horhausen. Menschen aus der Region können sich als Gemüse-Aktivisten dabei mit aufs Feld begeben, beim Pflanzen, Pflegen und Ernten helfen und schließlich ihre Familien so regional und frisch mit Gemüse versorgen. Wer ein bisschen weiter weg wohnt oder nicht selbst zur Hacke greifen möchte, kann sich als Gemüse-Genießer beteiligen und zum Marktpreis die Früchte des gemeinsamen Feldes erhalten, wie die Bewegung zur Vorgehensweise schildert.

Gerade in den Wirrungen der Corona-Zeit wünschen sich viele Menschen die regionale Erzeugung gesunder Lebensmittel. Wenn die Ausgangsbeschränkungen nun Stück für Stück gelockert werden, kann der gemeinschaftliche Anbau von Gemüse auch zu guten Begegnungen Gleichgesinnter führen, sind sich die Initiatoren sicher. Gerade der intensive Kontakt mit Landwirten, die ein Acker-Eckchen zur Verfügung stellen, soll die Nähe der Menschen zu Natur und Landwirtschaft, zum Wert von Lebensmitteln und zur schweren Aufgabe eines Bauernhofes ermöglichen.

Die Landwirtschaftsdialoge, die der Verein anbot, zeigten den Wunsch vieler Landwirte, solches Verständnis bei den Verbrauchern zu wecken. Stück um Stück sollen nun Partnerschaften entstehen im gemeinsamen Gärtnern, aber auch in Bodenkursen, regionalen Vermarktungsstrategien sowie genossenschaftlichen Kooperationen.

Regelmäßige Treffen

Biolandwirt Markus Lenhart stellt die vorbereitete Ackerfläche zur Verfügung, die dann gemeinschaftlich bebaut wird. Geplant sind regelmäßige Treffen.

Geführt wird das Projekt vom Vorstand in enger Zusammenarbeit mit dem langjährig erprobten gemeinschaftlichen Gemüseanbau von "Besser Gemeinsam Leben - Haßberge" in Friesenhausen. Wann ein erstes Treffen vor Ort möglich ist, muss noch abgewartet werden. Bisher wurde das Gemüse-Dreieck vorbereitet. Als Nächstes sollen nun Kartoffeln, Zwiebeln und Kürbisse gesetzt werden. Nach den "Eisheiligen" geht es dann an das Pflanzen des Biogemüses von verschiedenen Kohlarten bis zu Erbsen und Bohnen. Dabei werden Grundsätze des Bodenaufbaus und der Permakultur beachtet, die entsprechenden Mischanbau und Dauerbegrünung vorsehen. Bis Ende April wünschen sich die Heimat-Gestalter Anmeldungen, so erklärt die Bewegung weiter.

Bei den beiden Äckern in Horhausen und Friesenhausen soll es natürlich nicht bleiben. So freut sich der Vorstand, von weiteren Ackerstücken zu erfahren, die Landwirte noch in diesem oder im nächsten Jahr für eine gemeinschaftliche Gemüseproduktion zur Verfügung stellen. ft