Die erste Sitzung des Kleinlangheimer Marktgemeinderats in diesem Jahr fand im Rathaussaal statt, nachdem wegen Corona fast drei Jahre lang im VfL-Sportheim getagt worden war. Hauptthema am Dienstagabend war die Vorberatung des Haushalts, für den zusammen mit VG-Kämmerin Antje Teutschbein die Eckpfosten eingeschlagen wurden.

Bürgermeisterin Gerlinde Stier zeigte sich optimistisch, dass es im Rat weiter eine gute Zusammenarbeit zum Wohl der Gemeinde geben werde, auch unter dem Gesichtspunkt, dass Inflation, Verteuerungen, Klimawandel und der Krieg in der Ukraine sich auf die weitere Entwicklung der Kommunen auswirken werden.

Auf dem diesjährigen Programm Kleinlangheims stehen weitere Sanierungsarbeiten an Abwasserkanälen in Bahnhofstraße und Pfarrgasse, zu denen auch Hausanschlüsse und Inlinertechnik gehören. "Der Rückbau des Regenrückhaltebeckens ist für 2024 vorgesehen", kündigte die Bürgermeisterin an.

Kamerabefahrung des Kanalnetzes in Haidt geplant

Für die "Unterwelt" im Ortsteil Haidt ist eine Kamera-Befahrung des kompletten Kanalnetzes vorgesehen. Zudem soll die Erschließung des Haidter Gewerbegebiets angegangen werden. Das Gewerbegebiet in Kleinlangheim soll eine Erweiterung in Richtung Haidt erfahren, "da gibt es inzwischen drei Anfragen". Zur Planung gehört auch der Radweg in Richtung Haidt/Schwarzach.

Zum Thema "Kleinlangheimer Kirchenburg" teilte die Bürgermeisterin mit, dass das Gemeindehaus in anderer Form möglich sei. Endlich angepackt werden sollen die Trägerbalken im Rathaus, die seit 2014 im Gespräch sind, zudem der Estrich. "Fassade und Dach werden wir 2026 angehen." In den Gemeindehäusern Bahnhofstraße 54 und 54a müssen Heizungen installiert werden. Für die letztgenannte, derzeit leerstehende Adresse ist ein Konzept notwendig, da die Decken zu niedrig sind.

Neue Fenster für die ehemalige Schule in Atzhausen

An der ehemaligen Schule im Ortsteil Atzhausen sind Außenbereich und Lagerhalle fertig. Die Innenräume sollen für die Jugend genutzt werden, wozu die Erneuerung der Fenster notwendig wird. Bei dieser Maßnahme im Zuge der Dorferneuerung besteht das Amt für ländliche Entwicklung auf der Mitwirkung eines Architekten. "Für Fenster und Gesimse müssen wir mit bis zu 200.000 Euro bei 60-prozentigem Zuschuss rechnen." Was möglich ist, soll in Eigenregie erledigt werden, so die Bürgermeisterin.

Zu den weiteren Maßnahmen gehören die Brücke am Castellbach in Richtung Atzhausen, der Regenrückhalt bei der Hutzelmühle, die Abgas-Absauganlage für die Feuerwehr und die Generalsanierung der Mittelschule, weshalb die Umlage pro Schüler auf 2800 Euro steigt, wie die Kämmerin erklärte.

Die Entsorgung des Klärschlamms der Schwarzacher Kläranlage müsse noch gesichert werden, bevor der Anschluss Kleinlangheims an diese Anlage erfolgen könne, informierte die Bürgermeisterin. Die Gemeinde muss noch einige Bauplätze im Baugebiet "Am Graben" kaufen, wobei sie aber schon in Vorleistung gegangen sei.

Bauplätze: Von 60 Interessenten sprangen 27 ab

Wie sehr sich Verteuerungen auswirken, zeigte sich besonders bei den Bauplätzen. Nach Aussage von Gerlinde Stier gab es zunächst über 60 Interessierte, "von denen aber 27 abgesprungen sind". Nach Meinung einiger Ratsmitgliedern machen einigen Bauwilligen die Bedenken zu schaffen, ob ein Wohnhausneubau derzeit finanzierbar sei.

Als weitere mögliche Investitionen 2023 wurden aus dem Rat Straßensanierungen in Schulstraße und Grabengasse vorgeschlagen, wo man aber auch den Glasfasereinbau abwartet müsse. Derzeit sehr stark genutzt wird wegen des Autobahnausbaus der Weg von Atzhausen nach Haidt, der bei weiteren Abrissarbeiten noch mehr befahren werde könnte, wie einige Ratsmitglieder befürchteten. Eine Sanierung soll daher Eingang in den Haushalt finden. Falls möglich soll der Gottesackerweg von der Staatsstraße zum Kindergarten auf einer Länge von etwa 150 Metern als Fußweg ausgebaut werden.