Die frostigen Temperaturen treiben landwirtschaftlichen Erzeugern ebenso wie Verbrauchern Sorgenfalten auf die Stirn. Wie steht es um das regionale Obst und Gemüse? Informationen gibt Andreas Rösch, Fachbereichsleiter Obst- und Gartenbau im Landratsamt Forchheim.

Wie steht es um die Kirschblüte?
Andreas Rösch: Am meisten Sorgen bereiten die Kirschen im Forchheimer Oberland. Der höchste Punkt ist die Obstbauversuchsanlage in Hiltpoltstein. Dort sind etwa 40 Prozent der Knospen ausgefallen. Ob dies auch dem tatsächlichen Ernteausfall entspricht, wird sich in den nächsten Tagen entscheiden. In der Mittellage, in Dietzhof, rund ums Walberla und auch in Pretzfeld, wird mit zehn bis 20 Prozent Einbußen gerechnet. Das hat es aber auch vor Jahren gegeben.

Fliegen derzeit Bienen?
Die Bienen, auch die Hummeln, sind schon geflogen, was nun aber eher eingeschränkt passiert. Zwei bis drei Wochen Verzögerung wird es deshalb auch durch die Kaltphase bei der Bestäubung geben. Die Frage ist eher, ob die Natur die Blüten noch so lange halten kann, bis die Bienen wieder aktiv werden. Die Kirschen sind zudem wesentlich empfindlicher als andere Obstbäume. Noch zwei Wochen Zeit haben die Zwetschgen, die Apfelbäume noch zwei bis drei Wochen. Sie sind momentan nicht von dem Frost betroffen.

Sind Bodenpflanzen betroffen?
Tiefere Bodenfröste gibt es nicht. Die eher kalte Polarluft von oben beeinflusst nicht, was im Boden steckt wie die Kartoffeln. Die Erdbeeren sind nicht betroffen, hingegen bereitet der Spargel mehr Sorgen, der durch die Fröste im Wachstum gehemmt sein kann. Es werden also kleinere Stängel geerntet werden. Mit Einbußen von ungefähr zehn Prozent gehen Spargelbauern aus.

Das Gespräch führte
Petra Malbrich.