Die Herz-Jesu-Kapelle in Ketschendorf, ein neugotischer Bau mit Dachreiter über der Eingangsfassade, 1892 von der Gemeinde erbaut, wurde in den vergangenen Monaten grundlegend saniert und Elektroinstallation, Heizung und Brandschutz den aktuellen Vorschriften angepasst. Begonnen hatte man im Juni, und trotz Corona war es möglich, die Baumaßnahme termingerecht abzuschließen. Die Arbeit aller am Bau beteiligten Firmen wurde sehr gelobt.

Bei einem Ortstermin machte sich Buttenheims Bürgermeister Michael Karmann (ZWdG/CSU) ein Bild vom Ergebnis der Sanierung. Einige kleinere Abschlussarbeiten können erst folgen, wenn die Witterungsverhältnisse es zulassen. Er dankte in diesem Zusammenhang der Ketschendorfer Dorfgemeinschaft, insbesondere Brigitte Langenbuch und dem Messner Anton Nüßlein, für ihren Einsatz und ihr Engagement. Sein Dank galt auch Karl Sanner, auf dessen Fachkompetenz der Markt Buttenheim bei Kirchensanierungen immer gerne zurückgreife.

Billiger als gedacht

Lob gab es darüber hinaus für Josef Dillig vom Buttenheimer Bauamt, der berichten konnte, dass die geschätzten Baukosten von rund 120 000 Euro im Augenblick um drei Prozent unterschritten wurden. Aktuell hätten bereits das Erzbischöflicher Ordinariat 24 000 Euro, die Oberfrankenstiftung 6000 Euro, die Bayerische Landesstiftung 7300 Euro und der Markt Buttenheim 24 000 Euro an Zuschüssen zugesagt. Dazu kommt der Eigenanteil der Pfarrei Buttenheim mit 36 000 Euro und der des Kapellenvereins Ketschendorf mit 15 000 Euro.

Alle Wände und Laibungen im Innenraum der Kapelle wurden abgewaschen, Risse und Kabelschlitze verputzt und dann mit Kalkfarbe - nach entsprechendem Befund - gestrichen. Holzdecken, Orgel, Emporen-Brüstungen mit Stützen und der Altar sind ebenfalls behandelt worden. Alle Holzteile sind nur durch eine Holzlasur geschützt. Die Heiligenfiguren wurden abgenommen, zwischengelagert, nach Putz- und Wandanstrich gereinigt, nachretuschiert und wieder aufgestellt.

Im Langhaus baute man eine neue Blockstufe aus Solnhofer Jurakalk zum Chorraum ein sowie ein Sockelleiste aus geschliffenen Solnhofer Platten im Schiff. In der Sakristei wurde der alte PVC-Boden ausgebaut und durch einen neuen Boden aus geschliffenen Solnhofer Platten ersetzt. Neue Halter für die Fahnen und die Himmel-Konstruktionsteile hat man angebracht, um Beschädigungen an den Vergoldungen und den Wandflächen zu vermeiden.

Die komplette Elektroverteilung und die alten Hochtemperatur-Bankheizungen wurden erneuert. Hinzu kamen neue Lampen und eine Projektions-Liedanzeige. Der Organist auf der Empore kann nun mit Hilfe eines Displays und einer kleinen Kamera auf der Orgelempore Blickkontakt zum Pfarrer halten und ist nicht mehr wie früher auf zwei Spiegel angewiesen. Sämtliche Bankpodeste mussten aufgrund der Befundlage neu erstellt werden und die Kirchenbänke sind Dank der Arbeit der Firma Dörfler zu einem Schmuckstück geworden.

Eine mobile Rampe

Auch Menschen mit motorischen Einschränkungen können das Gotteshaus nun einfacher betreten. Die Treppenanlage wurde komplett abgebaut und durch eine neue Rundtreppe aus profilierten Blockstufen ersetzt. Zwei Handläufe erleichtern den Zugang. Für Gottesdienstbesucher im Rollstuhl wurden zwei ausklappbare mobile Elemente angeschafft, die mit wenigen Handgriffen zu einer Rampe werden, um so die Treppen einfacher bewältigen zu können. Wenn die Rampe nicht gebraucht wird, dann wird diese platzsparend hinter der letzten Kirchenbank deponiert. Die verbrauchte und stark verzogene Eingangstür aus Eiche wurde aufgrund der Vorgaben des Denkmalschutzes wieder aufgearbeitet. Gottesdienste finden in der Herz-Jesu Kapelle aufgrund der aktuellen Situation derzeit nicht statt.