Die Gesamtsituation der Sander Kindergärten stellte Bürgermeister Bernhard Ruß in der Gemeinderatssitzung am Dienstag vor. Hintergrund dafür war ein Antrag des Caritas-Kindergartenvereins St. Nikolaus auf Unterschreitung des Anstellungsschlüssels von 1:10 auf vorübergehend 1:9. Die beiden Vorsitzenden des Vereins, Anja Hey und Jessica Wacker, sowie Kassierin Kerstin Deschner gaben einen Ausblick auf die weitere Entwicklung.

Momentan werden im St.-Nikolaus-Kindergarten 79 Kinder von fünf Erzieherinnen und sieben Kinderpflegerinnen betreut. Im Kindergarten St. Martin kommen nochmal 56 Kinder mit drei Erzieherinnen und zwei Kinderpflegerinnen hinzu. Im kommenden Jahr soll der Neubau der Kinderkrippe am Kindergarten St. Nikolaus in Betrieb genommen werden, was eine Unterschreitung des Anstellungsschlüssels rechtfertigt. Zwar sind am Anfang noch nicht alle Gruppen komplett ausgebucht, aber mit der Neuorganisation und dem Erstellen der Erziehungspläne haben die Beschäftigten auch so alle Hände voll zu tun. Außerdem erklärte der Bürgermeister: "Die geburtenstarken Jahrgänge werden noch kommen, die Tendenz geht klar nach oben." Das Gemeindeoberhaupt machte auch keinen Hehl daraus, dass die Belegungssituation trotz der Erweiterung auch in Zukunft wahrscheinlich angespannt bleiben wird. Mit der Neueinstellung von Personal werden sich die Gesamtkosten für beide Kindergärten von 712 000 Euro in diesem Jahr voraussichtlich auf 920 000 Euro im Jahr 2020 erhöhen. Nach den Zahlen für das Jahr 2019 besteht ein staatlicher Förderanspruch von über 390 000 Euro, zu dem die Gemeinde Sand noch einmal über 300 000 Euro zuschießt. Dem Antrag des Vereins stimmten alle Gemeinderäte zu.

Wie wird Klärschlamm entsorgt?

Auf Antrag der SPD-Fraktion wird eine Sammelstelle für alte Handys ins Leben gerufen. Die Geräte werden dann an die Aktion "Eine Welt" des Missionsnetzwerkes Bayern weitergeleitet. Alte Handys und Smartphones können zu den üblichen Öffnungszeiten im Rathaus abgegeben werden.

Die Entscheidungsfindung für eine gemeinsame Lösung bei der Entsorgung des Klärschlamms aus kommunalen Kläranlagen im Landkreis Haßberge tritt in die entscheidende Phase, wie Bürgermeister Ruß den Gemeinderäten erklärte. Teilweise planen Kommunen wie Haßfurt, Knetzgau sowie die Mitgliedsgemeinden der Integrierten ländlichen Entwicklung West (Gädheim, Wonfurt, Theres) und Königsberg, eine eigene Schiene aufzubauen, oder haben Lieferverträge mit anderen Entsorgern geschlossen. Interesse an einer gemeinsamen Lösung zur Trocknung des Klärschlamms in einer Biogasanlage in Hofheim zusammen mit der Süd-Wasser-AG und anschließender Verbrennung im Gemeinschaftskraftwerk Schweinfurt (GKS) haben bisher Bundorf, Burgpreppach, Maroldsweisach, Hofheim mit Riedbach, Zeil/Sand und die VG Ebern mit Rentweinsdorf und Pfarrweisach bekundet. Der Zweckverband Ebelsbach-Eltmann sowie Oberaurach und Rauhenbrach haben sich gegen einen Beitritt entschieden. Ein weiteres Gespräch zwischen den Vertretern der Gemeinden und Süd-Wasser finde kommende Woche statt, sagte Ruß.

Seit vor einiger Zeit bekannt geworden ist, dass eine EU-Behörde prüft, ob das Granulat, das zwischen die grünen Plastikhalme von Kunstrasen gestreut wird, ab 2022 verboten werden soll, um die Umwelt zu schützen, ist die Verunsicherung bei Sportvereinen und Kommunen groß, erklärte Bürgermeister Ruß. Den einzigen Kunstrasenplatz im Landkreis Haßberge besitzt die Gemeinde Sand. Bislang ist aber weder über ein Verbot entschieden worden, noch sind Übergangsfristen geklärt.

Das Umweltministerium hält die Aufregung derzeit allerdings für verfrüht: "Dass die EU-Kommission ein Verbot von Plastik-Einstreumaterial für Kunstrasensportplätze vorschlagen wird, steht noch längst nicht fest", teilte das Umweltministerium Ende Juli auf seiner Homepage mit. Die Europäische Chemikalienagentur (Echa) sei "in einer frühen Phase der Meinungsbildung". Auch stehe nicht der Kunstrasen selbst im Fokus, sondern nur das Granulat. Dafür stünden als Ersatz offenbar bereits Alternativen wie zum Beispiel Kork zur Verfügung.

Niedriger Verbrauch in Sand

Der Kunstrasenplatz in Sand wurde seit der Inbetriebnahme im November 2014 bis 2018 mit 1000 Kilogramm Granulat befüllt. In diesem Jahr wurden 500 Kilogramm nachgefüllt. Dies entspricht einem jährlichen Verbrauch von rund 110 Kilogramm in viereinhalb Jahren, stellte Ruß fest. Der niedrige Verbrauch sei der guten Pflege durch die Platzwarte Günter und (später) Matthias Flachsenberger zu verdanken. Bis die Mitgliedsstaaten über Vorschläge entscheiden, bleibe vermutlich noch viel Zeit, die Plätze auf andere Materialien umzurüsten.

So sieht das auch der Architekt Martin Ammermann aus Bamberg, unter dessen Regie seinerzeit der Sander Kunstrasenplatz angelegt wurde: "In der momentanen Situation ist der Austausch des Füllmaterials weder angezeigt noch gerechtfertigt."