Die Sonne scheint auch über dem Arbeitsmarkt. Zwar ist die Arbeitslosigkeit ist im Landkreis Haßberge im August auf 1577 Personen gestiegen, dennoch sind das immer noch 71 Arbeitslose weniger als vor einem Jahr. Offene Stellen gibt es laut der aktuellen Statistik insgesamt 533 im Landkreis Haßberge. "Allein im August haben wir 140 Stellen dazu bekommen. Das sind zwölf mehr als im Juli", erklärt Matthias Klar, Pressesprecher der Arbeitsagentur. Und das ist eine Besonderheit, denn normalerweise sind die Betriebe im August verhaltener mit neuen Stellen. "Die Sommerferien auf dem Arbeitsmarkt sind dieses Jahr ausgefallen", meint Klar. Im Vergleich zum letzten Jahr gibt es im Landkreis Haßberge 22,7 Prozent mehr offene Stellen im August. "Das ist keine Sommerflaute, sondern eine warme Brise am Arbeitsmarkt", erklärt Klar.
Die Arbeitslosenquote betrug im August 3,2 Prozent; vor einem Jahr belief sie sich auf 3,3 Prozent. Dabei meldeten sich 573 Personen arbeitslos, gleichzeitig beendeten 473 Personen ihre Arbeitslosigkeit. Der Bestand an Arbeitsstellen ist im August um 37 Stellen auf 533 gesunken; im Vergleich zum Vorjahresmonat gab es 92 Arbeitsstellen mehr. Arbeitgeber meldeten im August 145 neue Arbeitsstellen.
Die Agentur für Arbeit mit Sitz in Schweinfurt ist zuständig für die Region Main-Rhön mit den Landkreisen Haßberge, Schweinfurt, Rhön-Grabfeld und den Städten Schweinfurt und Bad Kissingen. In Haßfurt ist die Dienststelle der Agentur Anlaufstelle für die Beschäftigen im Landkreis Haßberge.
Die Verhältnisse im Landkreis Haßberge sind damit besser als in der Region Main-Rhön: Im Ferienmonat August gab es mehr arbeitslose Menschen. Arbeitslosenquote hat sich mit 3,8 Prozent verschlechtert - trotzdem ist die Lage nicht schlecht. Für den saisonüblichen Anstieg gibt es einen Grund: "Zu einem nicht unerheblichen Teil ist der Anstieg also auf die verstärkten Arbeitslosmeldungen von jungen Menschen nach der Ausbildung zurückzuführen", erläutert Klaus Seebach, stellvertretender Leiter der Agentur für Arbeit Schweinfurt. "Diese Zugänge aus einem Ausbildungsverhältnis waren im Juli und auch im August allerdings niedriger ausgefallen als in früheren Jahren," so Seebach weiter, "so dass die Vermutung nahe liegt, dass die Arbeitgeber in Anbetracht der Fachkräfteproblematik vermehrt bemüht waren, ihre frisch ausgebildeten Nachwuchskräfte durch eine Übernahme direkt an sich zu binden. In etlichen Fällen dürfte die Trennung vom Ausbildungsbetrieb auch von den jungen Menschen initiiert sein, weil sie beispielsweise eine weiterführende Schule besuchen möchten".
Erfahrungsgemäß geht diese Quote im Herbst mit dem Schulbeginn und der verstärkten Einstellung von Arbeitskräften wieder auf das unter dem Durchschnitt liegende Maß zurück. Gut sehen die Zahlen für ältere Arbeitnehmer aus: Sie belegen laut Agentur für Arbeit die stabile Beschäftigungssituation in der Region, aber auch auf die Berufserfahrung der älteren Arbeitnehmer, die viele Betriebe vor dem Hintergrund des Fachkräftebedarfs zunehmend zu schätzen wissen. Die Zahl der nichtdeutschen Arbeitslosen nahm weiter zu. Ihre Arbeitslosenquote lag bei 16 Prozent (1660 Betroffene mit Aufenthaltsgestattung oder Duldung). In der Region Main-Rhön haben die Syrer mit 588 Personen den überwiegenden Anteil. red