Eine gut aufgestellte und innovative Kinderbetreuung gehört mittlerweile zu den wichtigen Standortfaktoren für Kommunen. In Altendorf ist die Kinderbetreuung in den Händen der Gemeinde, die dadurch gewisse Steuerungsmöglichkeiten hat.

Aufgrund des ermittelten Bedarfs an Betreuungsplätzen hat man sich hier schon frühzeitig Gedanken gemacht, wie die Anzahl der Betreuungsmöglichkeiten vor Ort erweitert werden kann. Eine nochmalige Erweiterung der Kita Kürbisland wurde verworfen, das Gleiche gilt für einen möglichen Waldkindergarten in Seußling. Schließlich entschied man sich für den Neubau einer Kindertagesstätte im neuen Baugebiet "Haidwiesen". Von dort werden dann auch zukünftig die meisten kleinen Altendorfer für die Einrichtung kommen.

Der dortige Standort mit rund 2100 Quadratmetern wurde bereits vom Gemeinderat festgelegt. Bereits Ende 2021 muss die Einrichtung bezugsfertig sein, das hat die Bedarfsermittlung ergeben. Geplant ist eine Krippen-, eine Kindergarten- und eine altersgeöffnete Gruppe. Zusätzlich soll es Möglichkeiten zur Erweiterung der neuen Kindertagesstätte geben.

In der letzten Sitzung des Altendorfer Gemeinderats unter der Leitung von Bürgermeister Karl-Heinz Wagner (CSU) stellte dieser ein Konzept vor, bei dem eine Kindertagesstätte und eine Tagespflege für Senioren unter einem Dach entstehen soll. Angelehnt an die Fernsehserie "Wir sind klein und ihr seid alt" sieht man eine einmalige Chance, eine Kombination von Kindertagesstätte und Tagespflege für Senioren zu verwirklichen und dies "zu einem Aushängeschild für Altendorf zu machen", wie es Wagner formulierte.

Berührungsängste abbauen

Er sprach davon, wie wichtig eine solche Einrichtung für Kinder und Senioren wäre. Angefangen von der Möglichkeit Berührungsängste abzubauen, die Sensibilität füreinander zu fördern, Vorurteile gegenüber der anderen Generation abzubauen, neue Interessen bei Kindern und Senioren zu fördern und soziale Kompetenzen aufzubauen, zu stärken und zu erhalten. Bürgermeister Wagner erinnerte an die Aussagen aller im Gemeinderat vertretenen Parteien und Wählergruppierungen, die sich im Rahmen des Kommunalwahlkampfes mit den Themen Kinder- und Seniorenbetreuung befasst haben. Kita-Leiterin Karin Bengelstorff konnte dem Gemeinderat erläutern, wie wichtig die Treffen von "Alt und Jung" seien und welche guten Erfahrungen man in der Kita Kürbisland mit solchen Begegnungen gemacht habe. In einem gemeinsamen Gebäude könnten Veranstaltungen und Treffen dieser Art viel öfters stattfinden.

Anspruchsvoller Baukörper

Im Vorfeld zur Gemeinderatssitzung hatten bereits Gespräche mit potenziellen Trägern stattgefunden, die sich hier zwei Tagespflegegruppen vorstellen könnten. Darüber hinaus zeigte der Bürgermeister bereits erste Entwurfszeichnungen, wie eine solche Einrichtung aussehen würde. Ein anspruchsvoller Baukörper auf zwei Etagen soll entstehen, der barrierefrei erschlossen wird und mit einer großzügigen Außenanlage ausgestattet ist.

Für die Kindertagesstätte kämen geschätzte Kosten von rund 2 330 000 Millionen Euro, zuzüglich 660 000 Euro für Außenanlagen, Ausstattung und Parkplatz auf die Gemeinde zu. Eine Förderung von mindestens 897 000 Euro wurde zugesagt, so dass ein Eigenanteil von 2 093 000 Euro zu schultern wäre. Für die Tagespflege wurden Kosten von knapp 1,4 Millionen Euro, zuzüglich eines Puffers von 99 000 Euro geschätzt. Abzüglich einer Förderung von mindestens 750 000 Euro. Für die Gemeinde würde eine Eigenanteil von 744 000 Euro verbleiben. Bei einer möglichen Jahresmiete von 37 200 Euro würde sich die Amortisationsdauer auf 20 Jahre erstrecken.

Nach der sich anschließenden Diskussion billigte der Gemeinderat einhellig das Konzept, so dass es nun mit den Planungen weitergehen kann.