von unserer Mitarbeiterin Sonja Adam

Kulmbach — Das Jugendtagungshaus Wirsberg ist bei Jugendlichen, Schulklassen und Familien beliebt. Es ist zu mehr als 43 Prozent ausgelastet, kann auf fast 11 000 Übernachtungen im Jahr zurückblicken. Gestern stellte Architekt Stefan Eckl den Mitgliedern des Bauausschusses des Kreistags ein Modernisierungskonzept vor, mit dem die Einrichtung fit für die Zukunft gemacht werden soll.


Sehr gute Bewertungen

Landkreisweit betrachtet, entfallen immerhin 4,5 Prozent aller Übernachtungen auf die Einrichtung am Sessenreuther Berg, konstatierte Landrat Klaus Peter Söllner (FW).
"Das Jugendtagungshaus steht in der Bewertung gut da", sagte Kreisjugendpfleger Jürgen Ziegler und erklärte stolz, dass es bei der jüngsten Benotung durch das Deutsche Jugendherbergswerk tolle Ergebnisse bekommen habe. "In den letzten Jahren hat der Landkreis Kulmbach durch verschiedene Maßnahmen dafür Sorge getragen, dass das Jugendtagungshaus Wirsberg weiterhin attraktiv geblieben ist", sagte Ziegler und zeigte Impressionen von einem multifunktionalen Allwetterplatz, vom neuen Speisesaal, von der Leseecke und von den neuen Gruppenräumen.
In den Zimmern sei ein zeitgemäßes Farbkonzept realisiert worden, so Ziegler. "Aber der dringendste Wunsch nach einer Verbesserung der sanitären Situation konnte bis heute nicht erfüllt werden", so der Geschäftsführer des Kreisjugendringes. Deshalb wurde eine Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben, die Wege aufzeigen soll, wie die Situation im Sanitärbereich verbessern.
Außerdem gehe es darum, auch die Barrierefreiheit zu erhöhen, erklärte Architekt Stefan Eckl. Das Konzept sieht vor, die Bettenzahl in den Zimmern zu reduzieren - also aus Vierbettzimmern Zweibettzimmer mit Dusche und WC zu machen. Ein Aufzug soll eingebaut werden. Und außerdem sollte die Küche erweitert werden, so dass auch ausreichend Lagermöglichkeiten bestehen. Denn bislang ist die Küche eigentlich nicht für eine volle Verpflegung ausgelegt. Bislang gingen die Planer immer davon aus, dass das Essen für das Jugendtagungshaus angeliefert werden wird. "Aber die Praxis hat gezeigt, dass dies nicht praktikabel ist", so Ziegler.
Durch die Verbesserung der Zimmer und die Neuausstattung würden natürlich Bettenplätze wegfallen. Deshalb plant Architekt Eckl einen kubusförmigen Anbau. Der neue Baukörper soll im Terrassenbereich positioniert werden und sich nur über das Erdgeschoss erstrecken. Außerdem ist eine Verlängerung der bestehenden Küche geplant.
Landrat Klaus Peter Söllner zeigte sich von der "maßvollen Vergrößerung mit starker Orientierung am Bestand" begeistert. Nach dem Umbau würde die Bettenzahl wieder exakt gleich bleiben.
"Ich bin sehr angetan von der Studie. Sie zeigt neue Perspektiven für das Haus auf", kommentierte Jörg Kunstmann (CSU) die Entwürfe. "Der Luxus von heute ist der Standard von morgen"; urteilte auch Robert Bosch (CSU) positiv. Alexander Meile (FW) freute sich über der Einbau eines Aufzuges, warnte aber davor, die Baumaßnahme über einen zu langen Zeitraum zu strecken. Auch Siegfried Decker (SPD) freute sich über die geplante Qualitätssteigerung.


Förderung wird abgeklärt

Ohne Gegenstimme befürworteten die Bauausschussmitglieder die Entwürfe. Jetzt werden Kostenschätzungen ermittelt, Fördermöglichkeiten geprüft. Dann werden die einzelnen Gremien über die Realisierung entscheiden.
Der Umbau soll übrigens während des laufenden Betriebes erfolgen. Das Jugendtagungshaus Wirsberg, in dem derzeit auch immer wieder Blockschüler der Berufsschule untergebracht sind, soll sich im Laufe der nächsten Jahre zu einem Ort für Jugendliche, Schüler, Vereine und Familien entwickeln.