klaus Schmitt Heute vor 31 Jahren fiel der Eiserne Vorhang. Am 9. November 1989 wurde in Berlin die Mauer - zunächst symbolisch, dann richtig - eingerissen. Und mit dem Mauerfall verschwand die innerdeutsche Grenze nach und nach.

Auch am Landkreis Haßberge entlang führte die Grenze, die einst Deutschland in zwei Staaten teilte. Auf rund zehn Kilometern berühren sich der Landkreis Haßberge und Thüringen. Orte wie Ermershausen, Maroldsweisach, Eckertshausen sowie Dürrenried liegen den thüringischen Dörfern Hellingen, Schweickershausen und Käßlitz gegenüber.

Die jüngere Generation hat heute kaum noch Vorstellungen von der einstigen unmenschlichen Grenze. Wer sich ein Bild machen möchte, kann nach Ermershausen fahren. Dort steht zwischen Ermershausen und Schweickershausen noch ein kleines Stück des Metallgitterzauns, und der Kolonnenweg, den die DDR-Grenztruppen benutzt haben, ist zu sehen.

Die DDR hatte von 1961 bis 1989 mit der mehrfach gesicherten Anlage ihre Bewohner eingesperrt und schützte sich, wie das Regime vorgab, vor dem sogenannten Klassenfeind. Insgesamt 1378 Kilometer lang war die Grenze.

Das ist heute Geschichte. 1989 brach die DDR zusammen und mit ihr fiel diese unmenschliche Grenze. Für die Menschen in Ermershausen und Schweickershausen öffnete sich die Grenze am zweiten Weihnachtsfeiertag. Am 26. Dezember 1989 öffnete sich die bis dahin schier unüberwindliche Barriere. Bayern und Thüringer begegneten sich nach vielen Jahren der Trennung. Ein Denkmal an der einstigen Grenze erinnert daran.